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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) bestätigt dem Kloster Subiaco unter Abt Leo (I.) (Leoni ... abbati ex monasterio Sancti Benedicti ... qui ponitur in Sublaco) wunschgemäß die von verschiedenen Päpsten verliehenen und nach der Verwüstung durch Sarazenen von Papst Nikolaus (I.) (Böhmer-Herbers n. †442) bestätigten Besitzungen und Rechte samt Pertinenzien im Gebiet von Ferentino, Tivoli, Palestrina (territorio Ferentinello minore ... maiore ... tyburtino ... penestrino), insbesondere das Gut Putitia (wo das Kloster erbaut wurde), verleiht weitere genannte Besitzungen und erläßt Alienationsverbot.

Incipit:
Convenit apostolica dignitas concedere atque ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11.-12. Jh., Subiaco Bibl. statale: Arca VI n. 1 fol. 14v und fol. 217v (fragm.); 1573, Subiaco Bibl. statale: Arca VI n. 10 fol. 33r; 17.-18. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Vat. lat. 7157 fol. 18r; 17. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. LIV t. 1 fol. 468r-469v; 17. Jh., Brescia Bibl. Queriniana: B V 1 fol. 18r; 1623, Subiaco Arch. abb.: Arca VI n. 15 fol. 18r.

Erw.: Mürtz, Chr. (Allodi 98).

Drucke: Allodi-Levi, Reg. Sublacense 16f. n. 8.

Reg.: Pflugk-Harttung, Iter 180 n. 60; JE 3363 und 3363α; Federici, Notizia dei documenti 35 n. 24; IP II 87 n. †6.

Lit.: Egidi, Notizie storiche 199f.; Morghen, Relazioni del monastero Sublacense 191; Carosi, Primo monastero 169.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. IP. Zu den nur mageren Quellenberichten über die Sarazenen und Subiaco vgl. Saletta, Arabi al Garigliano 84 und 98. Die Urkunde ist bereits seit langem in der Forschung als Fälschung erwiesen; der Papstname steht in der Leithandschrift des Regestum Sublacense auf Rasur, und verschiedene der genannten Besitzungen gehörten nachweislich erst später zum Besitz von Subiaco, vgl. Egidi. Die zwei Regesten bei JE beruhen auf dem etwas anderen Incipit in der Handschrift Vat. lat. 7157, in der die Urkunde mit Apostolicae dignitati convenit ... einsetzt. Mit dem genannten Abt Leo muß Leo I. (858-867?) gemeint sein, vgl. Egidi, Serie degli Abbati 207. Der Text selbst besteht zu einem großen Teil aus der Urkunde Johannes' X. von 926, Januar 18 (IP II 88 n. 9; Böhmer-Zimmermann n. 77; Zimmermann, PUU 94-96 n. 57) und der Urkunde Leos VII. von 936 Juli 11 (IP II 88 n. 10; Böhmer-Zimmermann n. 128; Zimmermann, PUU I 121 n. 72), so daß die Fälschung nach 936 entstanden sein muß. Das undatierte Dokument wird zuweilen auch Johannes X. zugeschrieben, so z. B. in der zitierten Erwähnung bei Mürtz. Da aber die genannte Urkunde Johannes' X. ihrerseits wiederum oft Johannes XI. zugeordnet wird, dürfte der Fälscher eher an Johannes VIII. gedacht haben – obwohl angesichts der Rasur keinesfalls letzte Sicherheit gewährleistet ist.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. †17, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/aaad61a3-9698-414b-9c14-a7e4d598b58b
(Abgerufen am 22.04.2019).