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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) löst (absolvimus) Bischof Athanasius (II.) von Neapel (Athanasio episcopo Neapolitano) aufgrund dessen Bitten und des Berichts seines Diakons Petrus (secundum preces tuas et relationem Petri venerabilis diaconi) (n. 707) von der Exkommunikation (vgl. n. 678) unter der Bedingung, daß dieser seinen Pakt mit den Sarazenen (cum impiis Agarenis) beende und in Gegenwart der päpstlichen Gesandten Bischof Marinus (von Cerveteri) und Siconus die Führer der Sarazenen mit allen anderen gefangennehme und nach Rom schicke (sub pręsentibus his missis nostris, Marino ... reverentissimo episcopo ... et Siconi egregio viro, maiores Saracenorum ... cum aliis omnibus cęperis et iugulatis aliis eos nobis direxeris), und droht, daß er Athanasius, falls dieser noch einmal versuchen sollte, ein Bündnis mit den Sarazenen einzugehen, aller bischöflichen Ehre entheben und mit dem ewigen Anathem belegen werde (omni episcopali honore te privandum et perpetuo anathemate damnandum esse decernimus).

Incipit:
Boni pastoris eximio informati exemplo ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11. Jh., Rom Arch. Vat.: Reg. Vat. I fol. 118v; 16. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. XXXI, t. 1 fol. 224v.

Drucke: Carafa, Epist. III 505; Baronius, Ann. eccl. a. 881 c. 6; Conc. coll. reg. XXIV 341; Ughelli, Ital. sacr. VI1 117 und VI1 80; Labbe-Cossart, Conc. IX 210; Assemani, Ital. hist. Scriptores I 234 (fragm.); Hardouin, Acta conc. VI 100; Mansi, Coll. XVII 215; Migne, PL CXXVI 946; Parascandolo, Memorie II 204 n. XIII; Cappelletti, Chiese d'Italia XIX 415; Capasso, Monumenta I 260f. n. 18; MG Epist. VII 264f. n. 305.

Reg.: J 2599; JE 3378; IP VIII 426f. n. 37 und 448 n. 76; Pallieri-Vismara, Acta pont. jur. gentium 274 n. 62.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich III2 188; Hartmann, Gesch. Italiens III,2 89; Riesenberger, Prosopographie der päpstlichen Legaten 275f.; Picasso, Pontificato Romano e San Vincenzo 235; Arnold, Johannes 208, 218.

Kommentar

Der Brief des Papstes ist nur in den Registerabschriften überliefert, vgl. zu diesen Caspar, Register Johanns 85-99 und Lohrmann, Register Johannes 5-156. Wohl wegen seiner Sarazenenbündnisse, die Bischof Athanasius II. entgegen aller Versprechungen nicht gelöst hatte (vgl. n. 672), war dieser im Frühjahr 881 exkommuniziert worden (vgl. n. 678), wobei auch sein Eingreifen in den Konflikt um die Nachfolge in Capua eine Rolle gespielt haben könnte, vgl. n. 548 und n. 672. Zu Beginn des Jahres 882 dürfte der Bischof, der bis dahin mit den Sarazenen paktiert hatte, die nur hier erwähnte Bitte an den Papst gerichtet haben, ihn vom Bann zu lösen, vgl. n. 707. Anlaß dafür könnte unter anderem die neue Liga gewesen sein, die sich in Süditalien gegen die Sarazenen zu konstituieren begonnen hatte, vgl. Cilento, Origini 128. Ob die nur im vorliegenden Brief genannten Legaten Bischof Marinus von Cerveteri (vgl. Riesenberger 275f.) und ein nicht weiter zu identifizierender Siconus die Verhandlungen mit Bischof Athanasius II. zu einem erfolgreichen Ende brachten, ist nicht bekannt. Aufgrund der Stellung im Register ist der Brief wohl dem Jahr 882 zuzurechnen, vgl. dazu auch Lohrmann 183f. Folgt man den Ausführungen Cilentos, wonach Athanasius Anfang 882 um die Lösung vom Bann gebeten habe, dürfte die päpstliche Reaktion auf die Mitte des Jahres 882 zu datieren sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 719, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/aa4f7762-5b2e-4559-a092-78f2a3280a8a
(Abgerufen am 21.10.2018).