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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) ermahnt (unter Anführung zahlreicher Bibelzitate) (Bischof Athanasius II. von Neapel) mit dem Hinweis auf vorangegangene Warnungen (n. 42) und unter Androhung des Anathems, sich nicht mit seinem Bruder, dem dux (Sergius) von Neapel zu verbünden, und kündigt eine bald abzuhaltene Synode an, auf welcher (Sergius) gebannt werden solle (procul dubio totius Hesperię pręsules a nobis in proximo congregandos ... tam perfido fratri tuo ... perpetuum dicemus modis omnibus anathema ... quod si evadere satagis in nostrique affectus sinibus inveniri, in nullo prorsus ab hoc nostro recedere pręcepto patere vel hortatu) (vgl. n. 190).

Originaldatierung:
Data V. Idus Septembris, indictione X.
Incipit:
Multa per nos predecessoresque nostros ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11. Jh., Rom Arch. Vat.: Reg. Vat. I fol. 2v; 16. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. XXXI, t. 1 fol. 5v.

Erw.: n. 244; Indexfragment aus dem 13. Jh. (Lohrmann, Päpstliche Register 402).

Drucke: Carafa, Epist. III 290; Conc. coll. reg. XXIV 7; Labbe-Cossart, Conc. IX 5; Mansi, Coll. XVII 6; Migne, PL CXXVI 681; Capasso, Monumenta I 250f. n. 6; MG Epist. VII 5f. n. 6.

Reg.: J 2275; JE 3046; IP VIII 422f. n. 23, 446 n. 65; Martin-Cuozzo, Regesti dell'Italia meridionale 440f. n. 913.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich III2 29; Hartmann, Gesch. Italiens III,2 22 und 33; Achelis, Bischofchronik von Neapel 47; Arnold, Johannes 209.

Kommentar

Der Verweis des lediglich in den Registerabschriften (vgl. zu diesen Caspar, Register Johanns 85-99 und Lohrmann, Register Johannes 5-156) überlieferten Schreibens auf vorangegangene Mahnungen könnte sich neben n. 42 auch auf Briefe Hadrians II. (JE 2934) an die Neapolitaner beziehen, in denen er sie und besonders den dux Sergius mit Schärfe und unter Androhung des Anathems dazu aufruft, Bischof Athanasius (I.) aus der Gefangenschaft zu entlassen und ihn in jeder Hinsicht zu unterstützen (vgl. auch IP VIII 445f. n. *60-*63). Zur Erwähnung im Indexfragment aus dem 13. Jh. vgl. Lohrmann, Päpstliche Register 401-408. Im Frühjahr 876 war der Papst mit Lambert von Spoleto und dessen Bruder Wido von Camerino nach Neapel und Capua gezogen, um Verhandlungen über die Auflösung der Sarazenenbündnisse zu führen (vgl. n. 171), jedoch war nur Waifar von Salerno zur Beendigung seines Sarazenenpaktes bereit. Der im Brief angekündigte Bann scheint später noch verhängt worden zu sein (vgl. n. 190) und nicht schon während des päpstlichen Aufenthaltes in Süditalien zu Beginn des Jahres 876, wie Erchempert, c. 39 angibt (Sergius vero magister militum ... noluit se ab illi alienare, qui statim anathematizatur est), sondern in der Zeit zwischen September 876 und der Mitteilung Sergius', seinen Pakt mit den Sarazenen lösen zu wollen, die den Papst vor dem 15. März 877 erreichte (vgl. n. 233). Der Adressat Athanasius (II.) (Athanasio episcopo Neapolitano) ist von späterer Hand, wahrscheinlich im 17. Jh. ergänzt worden, vgl. MG Epist. VII 5 Anm. 1. Zur Weihe Athanasius' (II.) zum Bischof vgl. n. 173.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 189, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a862167f-94d4-404d-8b1b-560b7472d168
(Abgerufen am 21.07.2018).