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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) entsendet die Legaten Petrus von Fossombrone und Petrus von Senigallia ins Frankenreich, wo sie Karl (den Kahlen) nach dem Osterfest (7. April) treffen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 227; Ann. Bertiniani a. 877 (Grat 212).

Reg.: –.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich III2 40; Hartmann, Gesch. Italiens III, 2 34; Schieffer, Päpstliche Legaten 25f.; Riesenberger, Prosopographie der päpstlichen Legaten 216-218; Falkenstein, Aachener Marienstift 38f.; Falkenstein, Kirche der hl. Maria 19; Montaubin, Saint-Corneille de Compiègne 130f.

Kommentar

Die Legation der beiden Bischöfe ist nur aus dem durch sie überbrachten Brief an Karl den Kahlen (n. 227) sowie aus den Ann. Bertiniani a. 877 (Grat 212) bekannt. Dort wird im Anschluß an deren Ankunft beim Kaiser berichtet, daß am 1. Mai in Gegenwart der Legaten die Pfalzkirche von Compiègne geweiht worden sei. Anzunehmen ist, daß Petrus von Fossombrone und Petrus von Senigallia bei diesem Anlaß auch das päpstliche Privileg für das von Karl in Compiègne gegründete Stift (n. 224) überreichten. Außerdem dürften die Legaten den Brief an Richilde (n. 228) ein weiteres Schreiben an Karl (n. 229) und einen Mahnbrief an Anspert von Mailand (n. 230) überbracht haben. Die Hauptaufgabe der Legaten wird es gewesen sein, den Kaiser zu einem Zug gegen die Sarazenen aufzufordern, was sie laut den Ann. Bertiniani a. 877 (Grat 212) nicht nur mittels der päpstlichen Briefe, sondern auch durch mündliche Nachrichten versuchten. Möglicherweise kehrten die beiden Bischöfe, die mehrfach von Johannes VIII. als Legaten ausgewählt wurden (vgl. Riesenberger), erst zusammen mit Karl dem Kahlen, der im Spätsommer 877 mit dem Papst in Oberitalien zusammentraf (n. 279, n. 280, n. 282, n. 283), aus dem Frankenreich zurück. Zu datieren ist der Legationsauftrag kurze Zeit nach den den Gesandten mitgegebenen Briefe (n. 227, n. 228, n. 229 und n. 230) sowie einige Wochen vor deren Ankunft in Compiègne.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 231, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a7e1cf76-9efe-4a0d-ace1-aefa8deec4fd
(Abgerufen am 20.10.2018).