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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) bricht mit drei Schiffen ins Frankenreich auf.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 344; n. 345; Ann. Bertiniani a. 878 (Grat 223); Ann. Fuldenses a. 878 (MG SS rer. G. [7] 91); Ann. Vedastini a. 878 (MG SS rer. G. [12] 43); Ado von Vienne, Chr., Continuatio prima (MG SS II 325); Auxilius von Neapel, In defensionem c. 4 (Dümmler, Auxilius 63); Hist. regum Francorum a. 878 (Bouquet-Delisle, Recueil IX 41); Hermann von Reichenau, Chr. a. 878 (MG SS V 107); Ann. Floriacenses a. 878 (MG SS II 254); Ann. Floriacenses breves a. 878 (MG SS XIII 87); Chr. Turonense (Martène-Durand, Veterum scriptorum 972); Ann. s. Columbae Senonensis (Duru 202); Chr. s. Columbae Senonensis (Bouquet-Delisle, Recueil IX 40); Clarius von Sens, Chr. s. Petri Vivi Senonensis a. 875 und 878 (Bautier-Gilles 66 und 94); Chr. s. Benigni Divionensis (Bougard-Garnier 108); Ann. Sangallenses maiores a. 878 (Henking 276); Ann. Weingartenses a. 878 (MG SS I 66); Ann. Mellicenses a. 877 (MG SS IX 496); Sigebert von Gembloux, Chr. a. 879 (MG SS VI 342); Vinzenz von Beauvais, Speculum historiale 977; Hugo von Flavigny, Chr. (MG SS VIII 356); Hugo von Fleury, Hist. Francorum Senonensis a. 878 (MG SS IX 365); Hugo von Fleury, Regum Francorum Actus a. 878 (MG SS IX 378); Ordericus Vitalis, Hist. Ecclesiastica IV App. I (Chibnall 344); Chr. Suevicum universale (MG SS XIII 65); Martin von Troppau, Chr. (MG SS XXII 429); Tholomeus von Lucca, Hist. ecclesiastica (MG SS XXXIX 364f.); Chr. Bononiense A (Corpus Chr. Bononiensium, SS rer. Ital. XVIII,1 416); Johannes Longus von Ypern, Chr. monasterii s. Bertini (Martène-Durand, Thesaurus III 527); Ranulf Hidgen, Polychronicon (Babington, SS rer. Brit. XLI,6 350); Lib. Pont. (Přerovský II 641f.); Andrea Dandolo, Chr. (Pastorello, SS rer. Ital. XII,1 157).

Reg.: –.

Lit.: Schrörs, Hinkmar 420-426; Dümmler, Ostfränk. Reich III2; Schieffer, Päpstliche Legaten 27; Amann, Époque carolingienne 428f.; Mordek-Schmitz, Konzil von Troyes 179f.; Schieffer, Beziehungen karolingischer Synoden 155; Staab, Jugement 367.

Kommentar

Die oben genannten Quellen berichten von der Abreise des Papstes. In den Briefen an Ludwig den Stammler (n. 317) und Johannes von Ravenna (n. 321) wird diese zudem bereits angekündigt; n. 344 und n. 345 schreibt der Papst schon von unterwegs aus. Allgemeine Erwähnungen der Reise im Nachhinein finden sich noch in n. 450, n. 454 und n. 464. Auch die angegebenen erzählenden Quellen berichten teils nur sehr allgemein über die Reise. Zum Überfall Lamberts von Spoleto und Adalberts von Tuszien, der den Aufbruch des Papstes ins Frankenreich beschleunigte, vgl. n. 310. Auxilius von Neapel zufolge bestellte der Papst drei Dromonen, mit denen er sich ins Frankenreich begab. Hugo von Fleury, Hist. Francorum Senonensis sowie Regum Francorum Actus, Ordericus Vitalis und Clarius von Sens berichten irrig, Johannes sei in Begleitung von Formosus von Porto ins Frankenreich gekommen; zu einem angeblichen Treffen mit Formosus vgl. n. 420. Dieselben berichten von kostbaren Reliquien, die der Papst mit sich geführt habe. Clarius von Sens schildert zudem, der Papst habe mit Ansegis von Sens gesprochen und Formosus schließlich mit Reliquien für den Erzbischof zurückgelassen. Formosus soll daraufhin den Klöstern Faremoutiers, Sainte-Colombe de Sens und Saint-Germain d'Auxerre Reliquien übergeben haben, vgl. Clarius von Sens, Chr. s. Petri Vivi Senonensis a. 875 (Bautier-Gilles 66). Viele Quellen berichten, Johannes sei ein Jahr bzw. beinahe ein Jahr bei Ludwig dem Stammler (d. h. im Frankenreich) geblieben, vgl. Hermann von Reichenau (totum ... annum) sowie Ann. Fuldenses, Sigebert von Gembloux, Vinzenz von Beauvais, Chr. Turonense, Ranulf Hidgen, Polychronicon, Martin von Troppau, Corpus Chr. Bononiensium, Chronik A sowie Andrea Dandolo. Im Chr. s. Columbae Senonensis und im Chr. s. Petri Vivi Senonensis (Bautier-Gilles 94) des Clarius von Sens ist die Reise ins Frankenreich dem Jahr 878 zugeordnet, genauere zeitliche Angaben fehlen jedoch. Sigebert von Gembloux hingegen datiert die Reise irrig in das Jahr 879. – Nach seiner Ankunft in Arles (n. 349) begab sich Johannes VIII. nach Lyon (n. 356), das als Tagungsort einer Synode vorgesehen war. Schließlich fand das Konzil jedoch in Troyes (n. 405) statt. Zu den weiteren Stationen der Hinreise vgl. n. 370, n. 389, n. 390 und n. 391. Zu den Orten, die der Papst auf der Rückreise nach Rom aufsuchte, vgl. n. †?444 und n. 445. Zusammen mit Johannes VIII. reisten die Bischöfe Walpert von Porto, Petrus von Fossombrone und Paschalis von Amelia, die in den verschiedenen Unterschriftenlisten zur Synode von Troyes erscheinen, vgl. n. 405. Bischof und Apokrisiar Leo von Gabii war offenbar zunächst als Stellvertreter des Papstes in Rom geblieben (vgl. n. 352), muß aber dann auch ins Westfrankenreich gereist sein, da er in einer Unterschriftenliste verzeichnet ist (MG Conc. V 136). Weitere Begleiter des Papstes gehen aus während der Reise ausgestellten Briefen und Urkunden hervor: vgl. n. 355, n. 358, n. 401 und n. 422 zum dux Deusdedit von Ravenna; der Skriniar Georg (vgl. auch n. 355) fungierte als Schreiber der PUU während der Reise (vgl. n. 400, n. 401, n. 426, n. 427, n. 437, n. 438, n. 439, n. 440 und n. 441). Bis Genua begleitete der Kardinalpresbyter Petrus den Papst, von wo aus er als Legat ins Ostfrankenreich gesandt wurde, vgl. n. 348. Der Aufbruch des Papstes erfolgte wohl frühestens am 28. April, da an diesem Tag noch ein Brief an den Kaiser Basileios verfaßt worden sein dürfte (n. 330), spätestens jedoch in den ersten Maitagen, weil Johannes bereits am 11. Mai in Arles landete (n. 349) und zuvor noch einen Zwischenhalt in Genua machte (n. 345).

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 334, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a5264a26-c967-47b1-b052-8ed8ef0b9802
(Abgerufen am 19.10.2021).