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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) lädt die Erzbischöfe und Bischöfe in den Reichen Ludwigs (des Deutschen), Karls (des Kahlen) und Lothars (II.) zu einer Synode am 18. oder 19. Mai (865).

Empfänger:
die Erzbischöfe und Bischöfe in den Reichen Ludwigs (des Deutschen), Karls (des Kahlen) und Lothars (II.)

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 724; n. 757; n. 763.

Reg.: vgl. JE *2769 und JE *2770.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich II 115; Parisot, Lorraine 269; Hefele-Leclercq, Hist. IV,1 341f.; Perels, Berufungsschreiben 140; Haller, Nikolaus 30 Anm. 75; Hartmann, Synoden 284, 409; Schieffer, Beziehungen karolingischer Synoden 153f.; Scholz, Politik 195.

Kommentar

†(?)ür den bei JE nur aufgrund der Erwähnung des Schreibens von Bischof Adventius von Metz an den Papst (n. 757) erschlossenen Papstbrief fungieren dort als Adressaten noch die Könige Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle, jedoch spricht die einschlägige Textpassage eindeutig davon, daß Adventius den Brief (eventuell auch mehrere) an die Erzbischöfe und Bischöfe im Reich König Lothars (II.) nur von den Königen (zur Weitergabe) erhalten habe: ... excellentissimi pontificatus vestri litteras de manibus serenissimorum regum Hludwici maioris et Caroli isto tempore suscepimus, directas omnibus archiepiscopis eorumque coepiscopis in regno gloriosi regis Hlotharii constitutis ..., vgl. hierzu vor allem Perels. Auch die Annahme von Parisot, der die Könige neben den Erzbischöfen und Bischöfen als Adressaten sehen will, ist durch den Wortlaut nicht gedeckt. Wie in n. 757 werden auch in n. 763 die Erzbischöfe und Bischöfe als Adressaten genannt; n. 724 spricht jedoch von den Metropoliten, die wohl in allen Erwähnungen gemeint sind, weil übereinstimmend in n. 724 und n. 757 die Entsendung der Metropoliten oder zweier ihrer Suffragane zur Synode gefordert wird. Daß die Schreiben in alle drei Teilreiche gingen, dokumentiert n. 763; n. 757 erwähnt nur den Brief an die lotharingischen Metropoliten; n. 724 bleibt geographisch unklar. Die Überbringung der Einladung schreibt n. 757 für den Brief an die Bischöfe im Reich Lothars II. den Königen Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen zu; laut n. 724 sollte Bischof Ado von Vienne Boten zur Überbringung beauftragen. Möglicherweise existierten mehrere Exemplare der Einladung, oder eine Ausfertigung gelangte durch Boten Ados an den ost- oder westfränkischen König, um dann an Bischof Adventius von Metz weitergegeben zu werden. Das vorgesehene Synodaldatum ist für den 18. oder 19. Mai 865 bezeugt, eine von Hefele-Leclercq vorgeschlagene Emendation, um die Synode mit der ebenfalls geplanten Novembersynode 864 gleichzusetzen, wurde aufgrund der Entdeckung von n. 724 durch Perels endgültig hinfällig. Wegen der von Bischof Ado erbetenen Weiterleitung der Einladungen in n. 724 ist eine zeitgleiche Datierung mit diesem Brief anzunehmen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 723, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f71fcdf9-0270-489a-a1ed-e942220db2fa
(Abgerufen am 23.06.2017).