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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) antwortet dem Erzbischof Roland von Arles (Rotlanno archiepiscopo Arelatensi) auf dessen Brief, lobt (collaudamus) seine Ergebenheit gegenüber dem Apostolischen Stuhl und dankt für die Aufforderung zur Standhaftigkeit, bestätigt ihm mit Verweis auf die fünfte Synode (von Konstantinopel), daß seine Vorgänger den Erzbischöfen von Arles den Vikariat verliehen hätten und stellt auch Roland nach dessen weiterer Unterstützung päpstlichen Schutz und die Erhöhung der Stellung in Aussicht, verweist auf die grundsätzlich beliebig häufige Entsendung von Briefen und Gesandten nach Rom und kommentiert die zugehörigen Verhaltensweisen; schließlich fordert er zur Ausführung der in einem anderen Brief (n. 465) mitgeteilten Hinweise auf.

Originaldatierung:
Data mense Maii die II. indictione XII.
Incipit:
Susceptis sanctitudinis tuae litteris totius ...
Empfänger:
Erzbischof Roland von Arles

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11.-12. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 5537 fol. 104v-105r; 16.-17. Jh., Rom Bibl. Vallicelliana: C 27 fol. 169r-169v; 16.-17. Jh., Rom Bibl. Vallicelliana: G 99 fol. 88v-89r.

Drucke: Baronius, Ann. eccles. a. 864 n. 28-29; Saxius, Pontificium Arelatense 174; Sirmond, Conc. Gall. III 238; Conc. coll. reg. XXII 396; Labbe-Cossart, Conc. VIII 492; Hardouin, Acta Conc. V 330; Mansi, Coll. XV 378; Migne, PL CXIX 1180; MG Epist. VI 629f. n. 114.

Reg.: J 2083; Anal. iur. pont. X 110 n. 68; JE 2757.

Lit.: Gundlach, Streit Arles und Vienne 19f.; Langgärtner, Gallienpolitik der Päpste 186.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Perels, Briefe I 574f. Das nur in den genannten Hss. überlieferte Schreiben wurde seit Saxius verstärkt für den Nachweis des Arelatenser Vikariates herangezogen, jedoch bleibt der Tenor des Textes in diesem Punkte vage, so daß man den Eindruck gewinnt, der Papst wolle Rotland hinhalten, vgl. auch Gundlach sowie Langgärtner. Zur Syn-ode von Konstantinopel und zum zugehörigen Brief des Papstes Vigilius vgl. JK 925 (MG Epist. III 67). Vgl. allgemein zur Frühzeit des Vikariates von Arles außer Langgärtner auch Fuhrmann, Patriarchate 147-173 und Schilling, Guido 262-270. Das Schreiben des Erzbischofs an den Papst ist nicht überliefert, allerdings bezeichnet Nikolaus die Antwort als rescriptum (MG Epist. VI 629 Z. 32). Die Aufforderung zur Standhaftigkeit (vgl. MG Epist. VI 629 Anm. 6) bezieht sich vielleicht auf den Ehestreit Lothars II. Der weitere, zum Schluß erwähnte Papstbrief an Roland ist nicht erhalten, vgl. n. 465. Die Bemerkungen zum Botenwesen, zur notwendigen Zeit in Rom und zu den zahlreichen Anfragen aus dem gesamten Erdkreis an den Papst ähneln den Bemerkungen in n. 711, aber auch denjenigen in anderen Briefen des Papstes. Die Überlieferungen der Bibl. Vallicelliana datieren das Schreiben auf den 12. Mai, jedoch ist der Pariser Hs. mit dem 2. des Monats Vorrang einzuräumen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 702, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f5e05cb7-053c-47a7-ad99-76c01194840a
(Abgerufen am 16.12.2017).