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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) fordert (exposcimus) von König Karl (dem Kahlen) (dilecto filio nostro Karolo glorioso regi), nachdem er aus verschiedenen Quellen von der unkanonischen Absetzung des (Bischofs) Rothad (von Soissons) erfahren hatte, die Wiedereinsetzung Rothads, der an den Hl. Stuhl appelliert hatte (n. 577), in das Bischofsamt und verlangt Karls Sorge für eine sichere Reise Rothads nach Rom; er informiert weiterhin über den Brief an Hinkmar (n. 607), insbesondere über die Aufforderung zur Wiedereinsetzung Rothads, die geforderte Reise nach Rom und über die dort angedrohten Strafen.

Incipit:
Nunc laudanda est frequens conversatio ...
Empfänger:
König Karl (dem Kahlen)

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 12. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 3854 fol. 194v-195r; 16. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 1458 fol. 202r.

Erw.: n. 630; n. 753; Ann. Bertiniani a. 863 (Grat 103).

Drucke: Carafa, Epist. III 141; Sirmond, Conc. Gall. III 204; Conc. coll. reg. XXII 279; Labbe-Cossart, Conc. VIII 412; Hardouin, Acta Conc. V 253; Mansi, Coll. XV 300; Migne, PL CXIX 837; (Bouquet, Recueil VII 390; MG Epist. VI 354f. n. 56.

Reg.: Bréquigny, Table I 262; J 2057; Anal. iur. pont. X 85f. n. 27; JE 2713.

Lit.: Schrörs, Hinkmar 246; Dümmler, Ostfränk. Reich II 90; Perels, Nikolaus 102; Haller, Nikolaus 37 Anm. 94, 100 Anm. 264; Boshof, Odo 47; Scholz, Politik 196.

Kommentar

Zur kanonistischen Sammelhandschrift Paris Ms. lat. 1458, die in diesem Teil von Paris Ms. lat. 3854 abhängt und aus dem 16. Jh. stammt, vgl. Perels, Briefe I 572. Zu den beiden Hs. vgl. auch ibid. 547 un. 569-572 sowie Jasper, Beginning 112-114. Zur Vorgeschichte und zum Hintergrund sowie zu den vom Papst erwähnten Informanten in der Sache Rothads, die wohl in Lotharingien und im Ostfrankenreich zu suchen sind, vgl. den Kommentar zum Parallelschreiben n. 607 und vor allem n. 577. Die Erwähnung in den Ann. Bertiniani im Zusammenhang mit der Synode von Verberie (n. 669) bezieht sich mit den Worten sicut domnus papa ei mandaverat wohl auf das vorliegende Schreiben. Nikolaus hebt vor allem die Bewahrung der apostolischen Privilegien und der statuta patrum hervor. Ggf. zielt die Bemerkung des Lib. pont. (Duchesne II 162) über den Auftrag Nikolaus’ I., Hinkmar möge Rothad nach Rom ziehen lassen, auch auf das vorliegende Schriftstück, vgl. n. 607. Das Schreiben wurden zusammen mit n. 607 vom sonst nicht bekannten Primus nach Westfranken gebracht, woraus sich die Datierung ergibt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 608, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f5632e8f-c4f2-4f19-9046-521f38fe6d76
(Abgerufen am 25.05.2017).