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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) verleiht (concedimus) Erzbischof Rimbert von Hamburg (confratri nostro Rimberto, archiepiscopo Hammaburgensi) das Pallium für von seinem Vorgänger Gregor (I.) bestimmte Tage.

Originaldatierung:
Scriptum per manum Zachariae, scriniarii sancte Romane ecclesie, in mense decembre, Indictione XIIII.
Incipit:
Si pastores ouium solem geluque ...
Empfänger:
Erzbischof Rimbert von Hamburg

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 17.-18. Jh., Hannover Landesbibl.: Diplomatarium Bremense XXIII, 1052, fol. 36 n. 78.

Erw.: Adam von Bremen, Gesta I 35 (MG SS rer. G. [2] 38); Chr. breve Bremense (MG SS VII 390).

Drucke: Lünig, Spicilegium III 944 n. 49; Staphorst, Hist. eccl. Hamburgensis I, 1 65; Liljegren, Diplomatarium Suecanum I 13 n. 8; Lappenberg, Hamburg. UB I 29 n. 19; Migne, PL CXIX 962; Curschmann, Ältere Papsturkunden Hamburg 26 n. 6. Reg.: Finke, Index dipl. 18; Celse, Apparatus 13; Hempel, Inventarium 7; J 2112; JE 2798; Hasse, Schleswig-Holstein-Lauenburgische Reg. 6 n. 13; May, Reg. Bremen 16 n. 53; GP VI 35 n. 26.

Lit.: Hacke, Palliumverleihungen 23 und 109; Curschmann, Ältere Papsturkunden Hamburg 83f.; Schmeidler, Hamburg-Bremen 131-133; Seegrün, Erzbistum Hamburg-Fiktion 8, 11f.; Drögereit, Erzbistum Hamburg 207-213; Martí Bonet, Palio 105; Szabó-Bechstein, Libertas Ecclesiae 64; Schieffer, Adnotationes 537.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Curschmann 7 und GP VI 28 n. 26, insbesondere zu zwei 1842 in Hamburg und zwei 1943 in Hannover verbrannten Chartularen. Drei dieser vier vernichteten Überlieferungen werden in den Drucken von Staphorst, Lappenberg und Curschmann noch berücksichtigt. Das Original wurde zuletzt im 17. Jh. im ebenfalls verbrannten Stader Registranten erwähnt. Die Urkunde nennt als Palliumtage Ostern, die Apo-steltage und diejenigen Johannes’ des Täufers, Mariä Aufnahme, die Festtage der Hamburger Kirche und den Ordinationstag Rimberts. Wenn auch die Urkunde vor allem wegen der weitgehenden Benutzung vom Pallienformular des LD 45 (vgl. Santifaller, LD 94) ebenso wie die Nachurkunde Sergius’ III. (GP VI 43 n. 42; Zimmermann, PUU I 55-57 n. 32) als echt gilt, wie Curschmann und Schmeidler betonen, so läßt doch Drögereits Vergleich von LD 45 mit der vorliegenden Urkunde und den beiden Fassungen der Sergiusurkunde aufgrund der Varianten Zweifel an der Echtheit zu, die das Nikolausprivileg eher in die Nähe des unter Erzbischof Hartwig I. (1148-1168) gefälschten Scheinoriginals der Sergiusurkunde rücken würde. Trotz der von Drögereit 208f. zu Unrecht bemängelten, aber sicher unbedenklichen Datierung (vgl. Santifaller, Elenco 54 und 261) bleibt deshalb die Annahme einer erst im 12. Jahrhundert entstandenen Verfälschung zumindest bedenkenswert.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 785, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f1721e6e-e2b2-4918-9c74-7b488601179c
(Abgerufen am 19.09.2017).