Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

Sie sehen den Datensatz 460 von insgesamt 870.

Papst Nikolaus (I.) verleiht dem Bischof Isnard von Nîmes die Klöster (Psalmodi), Saint-Gilles und (Saint-Etienne in) Tornac (praedicta monasteria ... sc. abbatiam Salmodiensem ... abbatiam Sancti Aegidii et Tornacensem).

Empfänger:
Bischof Isnard von Nîmes

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urk. Johannes’ VIII. von 878 (JE 3176 und JE 3179); Lib. pont. (Duchesne II 221; Přerovský 641); Chr. Nemausense breve (Devic-Vaissete, Hist. Languedoc V 28).

Reg.: –.

Lit.: Ménard, Hist. Nismes 119; Magnou-Nortier, Narbonne 406; Lohrmann, Kirchengut 61f.; Winzer, S. Gilles 38 und 40.

Kommentar

Über eine noch existierende Überlieferung der nur in den angeführten Zeugnissen erwähnten Urkunde ist nichts bekannt. In der Bischofsliste des Chr. Nemausense sind auch die späteren Verleihungen der Päpste Sergius III. und Johannes XI. (Böhmer-Zimmermann, Papstregesten n. 114) verzeichnet. Mehrfach in den verschiedenen angegebenen Notizen belegt und wohl unstrittig ist die Übertragung von Saint-Gilles, während die Formulierung praedicta monasteria im Chr. Nemausense Tornac wohl einschließt, aber nicht unbedingt Psalmodi, das dort nur in Zusammenhang mit einer Verleihung Karls des Großen (vielleicht aber eher Karls des Kahlen 876) genannt ist, vgl. hierzu auch die Bedenken von Winzer 37f. Anm. 6 und 40f. Anm. 4. JE 3176, JE 3179 sowie der Lib. pont. berichten nur, Bischof Girbert von Nîmes habe seine Ansprüche auf das Kloster Saint-Gilles mit einer königlichen und einer Urkunde des Papstes Nikolaus (I.) verteidigt bzw. die entsprechende Urkunde bei Nikolaus erschlichen, womit wohl die vorliegende Verleihung gemeint ist (die Zuordnung zu Girbert ist wohl irrig, vgl. Winzer 40). Laut Cottineau, Répertoire II 2075f. (mit Verweis auf Ms. Carpentras 524f. fol. 450 und weiterer Literatur) gehörte auch Saint-Baudile in Nîmes zu den Schenkungen an Isnard. Möglicherweise ähnelte die Papsturkunde im Wortlaut der 878 angeblich auch vorgezeigten Herrscherurkunde (wohl von Ludwig dem Frommen, Böhmer-Mühlbacher2 n. 548, vgl. auch Winzer 37 Anm. 6 und 38 Anm. 2). Vgl. zu den Auseinandersetzungen um Saint-Gilles außerdem die bei Lohrmann angegebene Literatur. Da Bischof Isnard nur aus dem Chr. Nemausense bekannt ist, läßt sich kein genauer Zeitpunkt zur Ausstellung der Urkunde während des Pontifikates Nikolaus’ I. festlegen.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 460, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ef09b846-3b69-439a-9acc-de0f6438e23f
(Abgerufen am 28.07.2017).