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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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(Der abgesetzte Patriarch) Ignatios sowie zehn Erzbischöfe, 15 Bischöfe und weitere Geistliche klagen bei Papst Nikolaus (I.) und der römischen Kirche (Νικολάῳ πάπᾳ, καὶ τοῖς ὑπ̓ αύτὸν ἁγιωτάτοις ἐπισκόποις, καὶ πάσῃ τῇ σοφωτάτῃ τῶν Ρωμαίων ἐκκλησίᾳ) über ihr Schicksal, kritisieren (Kaiser) Bardas und berichten mit Nennung verschiedener Personen und mit kanonistischen Argumenten über die Konzilsverhandlungen in Anwesenheit der von Nikolaus entsandten Legaten Radoald (von Porto) und Zacharias (von Anagni) (n. 527; vgl. n. 545 und n. 546), erbitten ein Urteil des Papstes und päpstliche Hilfe.

Überlieferung/Literatur

Drucke: Libellus (Mansi, Coll. XVI 296-301).

Reg.: –.

Lit.: Hergenröther, Photius I 460; Perels, Nikolaus 35 Anm. 1; Haller, Nikolaus 33f.; Stiernon, Konstantinopel 51f.; Grotz, Hadrian 89.

Kommentar

Der Brief des Ignatios an den Papst ist nur im Zusammenhang mit den Akten des vierten Konzils von Konstantinopel überliefert. Inwieweit das Schreiben von Ignatios stammt, ist unsicher, vgl. Grotz 89. Haller glaubt an eine Herstellung in Rom. Vielleicht könnte der Text jedoch sogar Theognost zugeschrieben werden, wie die Aufschrift nahelegt: Λίβελλος περιέχων πάντυ τὰ κατῪ τόν μέγαν Ιγνάτιον, πεμφδεὶς πρὸς Νικόλαον πάπαν Ρώμης, προσωποποιηδεὶς απὸ Θεογνώστου μοναχοῦ καὶ άρχιμανδρίτου τῆς πρεσβυτέρας Ρώμης, καὶ ἐξάρχου Κωνσταντινουπόλεως, εἰς ὄνομα Ιγνατίου τοῦ πατριάρχου, Mansi 293, vgl. dazu Perels 41 und Stiernon. Überbracht wurde die Schrift jedenfalls durch Theognost (n. 606). Zu den Unterschieden zwischen Libellus und den Akten des Konzils von 861 vgl. Dvornik, Photian Schism 77-85. Zu datieren ist wegen der Übergabe des Briefs (n. 606) Anfang 863 auf das Ende des Jahres 862.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 590, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/e459504a-6107-40c6-90e9-04d58c49a0e6
(Abgerufen am 19.01.2017).