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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Bischof Adventius von Metz dankt Papst Nikolaus (I.) mit teilweise gleichem Wortlaut wie in seinem früheren Schreiben (n. 757) für die ihm gewährte Verzeihung (n. 721), lobt die Bemühungen des Papstes um die Kirche, weist (ähnlich wie schon in n. 757) den Tadel des Papstes bezüglich seines Verhaltens in der Eheangelegenheit Lothars (II.) zurück und begründet seine anfängliche Zurückhaltung erneut mit mangelhafter Kenntnis der Angelegenheit, beteuert aber seine eindeutige Petition gegen Lothars Aktionen, nachdem er umfassender von diesen gewußt habe, lobt die Errungenschaften des päpstlichen Legaten Arsenius (von Orte) (vgl. n. 759), der die Ehe Lothars (II.) wieder in ihren rechtmäßigen Zustand überführt und damit das Wirken des früheren Legaten Radoald (von Porto) bei weitem übertroffen habe, empfiehlt schließlich dem Papst seinen Boten Abt Regimar und bittet um den päpstlichen Segen für die Metzer Kirche.

Überlieferung/Literatur

Druck: MG Epist. VI 226-228 n. 12. Reg.: –. Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich II 137 Anm. 2; Staubach, Herrscherbild 208; Gaillard, Advence 109f.

Kommentar

Über die Rolle des Adventius im lotharischen Ehestreit vgl. allgemein Oexle, Stadt des hl. Arnulf 352 sowie Gaillard. Der von Adventius empfohlene Abt Regimar könnte der in Gall. Christ. XIII 898f. aufgeführte Reimarus abbas sein, den Mabillon anhand des Nekrologs als Abt von St. Arnulf in Metz identifizierte. Hingegen sieht Gaillard in ihm den Mitunterzeichner einer Urkunde des Adventius für das Kloster Gorze, der als enger Vertrauter des Metzer Bischofs zum Abt des von diesem gegründeten Stiftes Neumünster ernannt worden sein könnte. Mit dem Erfolg der Legation des Arsenius ist wohl die Versöhnung Lothars II. mit seiner Frau Theutberga und der Eid des Königs auf Verzicht, weiteren Umgang mit Waldrada zu pflegen, am 3. August 865 in Vendresse gemeint, wo Adventius anwesend war, vgl. Ann. Bertiniani a. 865 (Grat 119-121). Adventius dürfte den Brief kurz danach geschrieben haben, da Waldrada schon wenige Zeit später die mit Arsenius angetretene Romreise abbrach und ins Reich Lothars zurückkehrte, wodurch der von Adventius hier angesprochene Erfolg des päpstlichen Legaten zunichte gemacht wurde. Daraus ergibt sich der Datierungsvorschlag.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 772, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/e3d2c022-a792-40a2-b01c-61aac33a2f50
(Abgerufen am 28.07.2017).