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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) informiert die Patriarchen, den Episkopat, Klerus und alle weiteren Gläubigen in Asien, Europa und Libyen (Afrika) (πατριάρχαις, καὶ μητροπολίταις, καὶ τοῖς λοιποῖς ἐπισκόποις καὶ κληρικοῖς, καὶ πᾶσι πιστοῖς τοῖς κατὰ τὴν Ασίαν τε καὶ Εύρώπην καὶ Λιβύην συνεστῶσι) in zehn Punkten über die beigefügten Schriften: 1. sein Vorwort über die Absetzung des Patriarchen Ignatios durch (Kaiser) Michael (III.) und Bardas sowie die vom Papst entsandten Legaten (die Bischöfe Radoald von Porto und Zacharias von Anagni, vgl. n. 527), 2. die beiden Briefe n. 525 und n. 526, 3. den Bericht über die vom Papst nicht akzeptierten Beschlüsse des Konzils in Konstantinopel (861), 4. die Briefe n. 569 und n. 570, 5. die Beschlüsse der (römischen) Synode (von 863) (n. 616), 6. die Beschlüsse (der römischen Synode von 861) zu den Theopaschiten (vgl. n. 540), 7. Bemerkungen zu Radoald (von Porto); 8. er mahnt daraufhin, dem Entscheid des Papstes, der von niemand gerichtet werden könne, zu folgen und die Verdammungssentenz gegen Ignatios zu ignorieren und fügt 9. die Aufforderung zu einem Urteil über Ignatios und Photios in Rom sowie 10. Bemerkungen zum Empfang der römischen Diakone und zur Missionierung der Armenier bei. – [Ι]νωστὸν προφέρομεν τῇ ὑμετέρᾳ άγάπῃ...

Empfänger:
Patriarchen, den Episkopat, Klerus und alle weiteren Gläubigen in Asien, Europa und Libyen

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 15. Jh., Venedig Bibl. Marc.: Cod. marc. gr. Z. 167 fol. 43v-45v; 15.-16. Jh., München StBibl.: Cod. graec. 436 p. 36-38; 15.-16. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Vat. graec. 1183 fol. 6r-7v; 15.-16. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Ottobon. graec. 27 fol. 225v-226v.

Erw.: n. 831.

Drucke: Raderus, Acta 212; Labbe-Cossart, Conc. VIII 1269; Mansi, Coll. XVI 301; MG Epist. VI 565-568 n. 98a.

Reg.: –.

Lit.: Hergenröther, Photius I 496 und 579f.; Halfter, Papsttum und die Armenier 86f. und 109.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. lediglich Perels in MG Epist. Der Brief ist nur in griechischer Sprache innerhalb der Akten des IV. Konzils von Konstantinopel (869) überliefert und weist Bezugspunkte zu n. 831 auf. Offensichtlich handelt es sich nur um ein Exzerpt. Das in MG Epist. VI 566 Anm. * gebotene Lemma deutet auf eine sonst nicht belegte Synode, die Perels auf 865-866 datiert, vgl. ibid. Anm. 1. Die Erwähnungen in n. 831 bleiben sehr allgemein und sind in ihren Bezügen nicht letztlich eindeutig, vgl. jedoch Hergenröther. Die einzelnen Punkte, die wahrscheinlich auf die beiliegenden Schriftstücke verweisen, können bestimmten früheren Entscheidungen sowie einzelnen Periochen zugeordnet werden, vgl. die Kommentierung bei Perels in MG. Ob mit den im 10. Punkt nicht namentliche genannten Diakonen die schließlich 866 entsandten Legaten (vgl. n. 833 und n. 834) gemeint sind, lassen die Formulierungen nicht klar erkennen. Datiert wird in der Regel auf die Zeit nach n. 777 und vor den Schreiben von 866 November (beginnend mit n. 822), vgl. Perels in MG Epist.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 778, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/defe385f-aae4-44aa-b8af-566daad6373a
(Abgerufen am 23.01.2017).