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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) lobt König Karl (den Kahlen) sowie dessen häufige Briefe und Legationen nach Rom, dankt für die Bemühungen um die abgesetzten (Reimser) Kleriker, zitiert aus Karls Brief (n. 811) mit Hinweis auf die Privilegien Benedikts (III.) (n. 376) sowie sein eigenes Schreiben (n. 626) und erläutert diese Schriftstücke. Er würdigt die königliche Haltung hinsichtlich (des Grafen) Balduin (von Flandern), bittet aber um Ausführung der noch nicht eingelösten Versprechen und verweist abschließend auf weitere Informationen über die abgesezten (Reimser) Kleriker in seinem Brief an (Erzbischof) Hinkmar (von Reims) (n. 838). – In einem Anhang informiert Nikolaus über die Untaten eines Rangerius, der homines in der villa Meteriola im Patrimonium Linorer bedränge, das Nikolaus dem königlichen Schutz übertragen habe (n. 462) und ersucht den König, bald Boten dorthin zur Ruhestiftung zu entsenden.

Originaldatierung:
Data VIII. Idus Decembres indictione XV.
Incipit:
Cum talem se gloria vestra ...
Empfänger:
König Karl (der Kahle)

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 9. Jh., Laon Bibl. mun.: Ms. 407 fol. 93r-94v; 9. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 1458 fol. 170v-171r; Ende 9. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 1557 fol. 43r-44r und 74v-75v; 16. Jh., Rom Bibl. Vallicelliana: C 15 fol. 180v-181v; 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 3859A fol. 108v-110r.

Erw.: n. 866.

Drucke: Carafa, Epist. III 202; Sirmond, Conc. Gall. III 316; Conc. coll. reg. XXII 874; Labbe-Cossart, Conc. VIII 859; Hardouin, Acta Conc. V 648; Mansi, Coll. XV 753; Migne, PL CXIX 111; (Bouquet, Recueil VII 415; MG Epist. VI 412-414 n. 78.

Reg.: Bréquigny, Table I 275; J 2135; Anal. iur. pont. X 146 n. 124; JE 2824.

Lit.: Schrörs, Hinkmar 283; Dümmler, Ostfränk. Reich II 157; Perels, Nikolaus 175 Anm. 2; Sproemberg, Judith 99; Devisse, Hincmar II 613-618; Schieffer, Karolingische Töchter 131; Patzold, Episcopus 338f.

Kommentar

Der hier einschlägige Teil der kanonistischen Sammelhandschrift Paris Ms. lat. 1458 stammt aus dem 9. Jahrhundert, vgl. dazu Perels, Briefe I 570-572, Mordek, Bibl. capitularium 412-414 und Jasper, Beginning 114. Zu den weiteren Überlieferungen vgl. Perels 550-562 und Jasper 111-114. Der Anhang ist nur in manchen Hss. überliefert und wird dort mit Embolis überschrieben; er findet sich nach der Datierung. Wie es zur Abtrennung vom Brief kam, ist unklar. In Paris, Ms. lat. 1557 fol. 44r ist der Anhang direkt angefügt, ähnlich in Paris, Ms. lat. 3859A, während Paris Ms. lat. 1458 den Anhang nicht verzeichnet (allerdings finden sich in dieser Hs. auch zuvor einzelne Umstellungen sowie am Anfang leichte Textverluste). Zum Fall der Ebo-Kleriker um Wulfad insgesamt vgl. vor allem n. 806. Zur Angelegenheit Balduins vgl. n. 585 und zur diesbezüglichen Stellung Karls des Kahlen n. 636, der den päpstlichen Gesandten Radoald und Johannes Verzeihung für Balduin versprochen hatte. Die villa Meteriola und das Patrimonium Linorer werden nirgendwo an anderer Stelle erwähnt, weshalb eine Lokalisierung der Orte bisher nicht möglich war, vgl. n. 462.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 836, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cfa1fe48-c9e7-43e0-a1ed-69256fd3f17e
(Abgerufen am 05.12.2016).