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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) erteilt den Jerusalempilgern und den Mönchen Bernhard, Theudemund aus dem Kloster S. Vinzenzo (al Volturno) und dem Spanier Stephan (ego Bernardus ... unus ex monasterio beati Vincentii Beneventani, nomine Theudemundus, alter Hispanus, nomine Stephanus) wunschgemäß seinen Segen sowie die Erlaubnis (licentia) zu pilgern.

Empfänger:
Jerusalempilgern und den Mönchen Bernhard, Theudemund

Überlieferung/Literatur

Erw.: Itinerarium Bernardi monachi Franci (Tobler/Molinier 309; Ackermann 115).

Reg.: –.

Lit.: Baumstark, Palästinapilger 7f., 16; Plummer, Alfred 132f.; Avril/Gaborit, Itinerarium Bernardi 271-274; Micheau, Itinéraires maritimes 80; Riché, Welt der Karolinger 334; Vuolo, L’«Itinerarium» del monaco Bernardo 316f., 318 Anm. 20.

Kommentar

Das Itinerarium enthält außer der Beschreibung der Heiligen Stätten und der Reise dorthin ausführliche Schilderungen über verschiedene in Italien besuchte Orte, vgl. hierzu ausführlich Avril/Gaborit sowie Vuolo. Zur näheren Bestimmung der genannten Personen vgl. ibid. Zuweilen wird aus dem Namenszusatz francus des Bernhard die nichtitalische Herkunft geschlossen, was möglich ist; überzogen ist jedoch die Ansicht, aufgrund einer kurzen Notiz bei Wilhelm von Malmesbury, Libri V de rebus gestis regum Anglorum (Stubbs, SS rer. Brit. XC, 2, 423) auf eine englische Herkunft zu schließen. Ebensowenig ist die genaue Herkunft des Spaniers zu ermitteln. Bei einem weiteren Besuch in Rom nach Vollendung der Reise (Tobler-Molinier 318) wird kein Papst erwähnt. Welcher Segen erteilt wurde, bleibt offen, spezielle Segensformeln für Pilger sind vor allem aus dem 11. Jahrhundert (1038) bekannt, vgl. Herbers, Jakobuskult 172 mit Anm. 36 sowie mit früheren Belegen Bärsch, Accipe 86-95. Die Datierung des Berichtes insgesamt auf 970 (anno nongentesimo septuagesimo ...) wird übereinstimmend auf 870 u. a. auch wegen der Nennung von Papst Nikolaus emendiert (so auch schon bei Wilhelm vom Malmesbury). Eine Datierung der Abreise und des Rombesuches auf das Frühjahr 867 legt die Nennung eines Sklaventransportes in Tarent nahe, der vielleicht mit einer anderweitig belegten Razzia des Emir von Bari zusammenhängt, vgl. Avril/Gaborit 273f., wenn auch eine frühere Datierung vor diesem Jahr grundsätzlich möglich bleibt. Vgl. jetzt bestätigend zu diesem Zeitrahmen die Einleitung zur Edition von Ackermann.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 844, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cf43290a-5743-4e59-b526-69d2fc436380
(Abgerufen am 21.07.2017).