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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) erfährt vom Verlust der Briefe (n. 598 und n. 599) durch Beraubung seiner (Legaten), der Bischöfe Radoald (von Porto) und Johannes (von Cervia).

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 605; n. 863.

Reg.: –.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich II 63; Parisot, Lorraine 217f.; Engelmann, Legaten 56.

Kommentar

Die Beraubung der noch im Jahr 862 beauftragten und aufgebrochenen päpstlichen Legaten (n. 600) geschah wohl, nachdem diese das Lotharreich erreicht hatten, laut n. 863 ab amicis Hlotharii regis. Zu den so verlorengegangenen Briefen zählten sicherlich n. 598 und n. 599, für die der Papst eine Neuausfertigung zusammen mit n. 605 übersandte; n. 863 spricht generell von der Entwendung der an die Bischöfe gerichteten Briefe. Durch wen der Papst vom Raub erfuhr, ist ungewiß, für eine mögliche Benachrichtigung durch den Anfang 863 in Rom weilenden Odo von Beauvais (n. 620) gibt es keinen Quellenhinweis. Bis zum Eintreffen der neuen Papstschreiben n. 604 und n. 605 setzten die Legaten wohl ihre Reise zu König Lothar II. fort und trugen ihr Anliegen mündlich vor, wie Engelmann im Anschluß an Hefele-Leclercq, Hist. gegen Parisot dem Brief n. 863 entnimmt. Das Ereignis hat wohl unmittelbar zur Ausstellung von n. 604 und n. 605 geführt und ist deshalb frühestens auf Ende 862, eher wohl auf Anfang 863 zu datieren, vor allem wenn man die benötigte Marschzeit berücksichtigt, vgl. hierzu neben den grundlegenden Bemerkungen von Ludwig, Reise- und Marschgeschwindigkeiten bes. 179-186, die Überlegungen von Elze, Gesandtschaften 8f. und Müller-Mertens, Reichsstruktur 107.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 602, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ce5cb45a-d65e-41c6-994a-8c5b256e2f8f
(Abgerufen am 13.12.2017).