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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) verzeiht dem Bischof Franko von Tongern (†(?)ranconi episcopo Tungrensi) in Beantwortung eines von Diakon Richard überbrachten Entschuldigungsbriefes die Teilnahme an der (Metzer) Synode (in concilio vanitatis) (n. 642), so wie es Papst Leo (I.) außer beim (Patriarchen) Dioskur von Alexandrien mit den reumütigen Teilnehmern der ephesinischen Räubersynode getan habe (vgl. JK 537), falls er (Erz)bischof Thietgaud (von Trier) (Theutgaudum episcopum) und den sein Amt widerrechtlich ausübenden (Erzbischof) Gunther (von Köln) (Guntharium) meide sowie dem ehebrecherischen König (Lothar II.) widerspreche, und ermahnt ihn, König Lothar (II.) zur Wiederaufnahme seiner Frau (der Königin Theutberga) anzuhalten.

Originaldatierung:
Data XV kalendas Octobris indictione XIII.
Incipit:
Excusationis tuae litteris per Richardum ...
Empfänger:
Bischof Franko von Tongern

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: Ende 9. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 1557 fol. 70v-71r; 16. Jh., Rom Bibl. Vallicelliana: C 15 fol. 234-235v; 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 3859A fol. 166r-167v.

Drucke: Carafa, Epist. III 174; Sirmond, Conc. Gall. III 245; Conc. coll. reg. XXII 297; Labbe-Cossart, Conc. VIII 424; Hardouin, Acta Conc. V 264; Hartzheim, Conc. Germ. II 299; Mansi, Coll. XV 311; Migne, PL CXIX 885; MG Epist. VI 297f. n. 30.

Reg.: J 2092; Anal. iur. pont. X 118 n. 73; Goerz, Mittelrhein. Regesten 184 n. 650; JE 2767; Oediger, Reg. Köln I 69 n. 203; GP VII 25 n. 36; GP X 33 n. 34.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich II 79; Parisot, Lorraine 255f.; Perels, Nikolaus 94f.; Haller, Nikolaus 53, 135; Fuhrmann, Propagandaschrift 3 Anm. 4; Bishop, Nicholas 264; Staubach, Herrscherbild 195-197; Hartmann, Synoden 283; Anton, Synoden 105, 108f.; Heidecker, Kerk, huwelijk en politieke macht 190f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Perels, Briefe I 550-553 und 565-569 sowie Jasper, Beginning 112-114. Der Papstbrief stimmt teilweise wörtlich mit demjenigen an Adventius von Metz (n. 721) überein, von dem auch das Entschuldigungsschreiben und ein Dankesschreiben für die gewährte päpstliche Vergebung überliefert sind, vgl. n. 679 und n. 757. Insofern könnte die nicht erhaltene Entschuldigung Frankos, die zum vorliegenden Brief führte, ähnlich wie diejenige des Adventius gelautet haben. Die Ann. Lobienses (MG SS XIII 232) gedenken einer Gesandtschaft des Bischofs Franko zum Jahre 870, jedoch gehört die Nennung der Boten wohl zu Ereignissen des Jahres 881/882, vgl. Parisot. Wahrscheinlich erhielten alle Bischöfe im Reiche Lothars II., die durch die Beschlüsse der römischen Synode von 863 mitbetroffen waren (vgl. n. 670), die päpstliche Verzeihung, um besser auf den König Lothar II. einwirken zu können, vgl. auch die Notiz der Ann. Bertiniani a. 864 (Grat 115 mit Anm. 3).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 718, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cdde796b-cf7c-49be-bfc0-35198bd44908
(Abgerufen am 23.03.2017).