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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) empfängt den von König Ludwig (dem Deutschen) gesandten Bischof Salomon (I.) von Konstanz sowie den von Erzbischof Ansgar (von Hamburg) geschickten Priester Nordfried, die über den in Worms (Vurmacia) beschlossenen Vorschlag der Eximierung Bremens aus dem Kölner Sprengel berichten, dem sich Erzbischof Gunther von Köln nach Widerstand nur bei einem päpstlichen Entscheid beugen wollte, und die außerdem Geschenke des dänischen Königs Horich (II.) sowie Anfragen König Ludwigs des Deutschen überbringen.

Empfänger:
Bischof Salomon (I.) von Konstanz

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 699; n. 705; n. 706; n. † 707; Rimbert, Vita Anskarii c. 23 (MG SS rer. G. [55] 48f.); Adam von Bremen, Gesta I 27 (MG SS rer. G. [2] 32).

Reg.: Ladewig-Müller, Reg. Konstanz I 19 n. 129-131; GP VI 30 n. *19; Boshof, Reg. Passau 35 n. 139.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich II 81-85; Riegel, Salomo I. 181f.; Schmeidler, Hamburg-Bremen 150f.; Perels, Nikolaus 96-98; Haller, Nikolaus 54, 79f.; Seegrün, Papsttum 35; Drögereit, Ansgar Missionsbischof 25f. (ND 397f.); Drögereit, Erzbistum Hamburg 223; Bishop, Nicholas 174; Schieffer, Adnotationes 507, 514, 520, 532; Hausberger, Gesch. Regensburg 36f.; Hartmann, Ludwig der Deutsche 202f.; Bigott, Ludwig der Deutsche 153-155, 179, 230, 250.

Kommentar

Der Bericht der beiden Boten führte zur Ausstellung von n. 705 und n. 706, an der zuletzt genannten Urkunde hat Nordfried laut Seegrün, Erzbistum Hamburg 36 mitgewirkt. Auch n. 699 gehört zu den „Ergebnissen" dieser Gesandtschaft. Zu weiteren möglichen Zusammenhängen vgl. n. 703, n. 704, n. 708 sowie n. 713. Da Salomon auch die Angelegenheiten der Hamburger Kirche in Rom vertrat, könnte der heute in Stuttgart verwahrte Cod. der Vita Anskarii (HB XIV 7), dessen Bibliotheksheimat Konstanz war, eine Dankesgabe Rimberts an Salomon gewesen sein, vgl. Klüppel, Germania 200f. Die bei Rimbert nicht datierte Zusammenkunft von Worms muß wohl für 862 in Mainz angenommen werden, vgl. May, Reg. Bremen 13 n. 40 und Drögereit, Erzbistum Hamburg 188 mit Angabe der älteren Literatur, obwohl sie Seegrün, Papsttum 34 im Jahr 857 in Worms ohne Angabe von Gründen vermutet. – Der Kölner Erzbischof widersetzte sich, ut sedes suffraganea in archiepiscopalem verteretur, wie Rimbert berichtet, in seiner Vita wird die Erzbistumswürde auf Bremen bezogen. Zu den weiteren Streitigkeiten zwischen Köln und Hamburg 890-895 um Bremen vgl. vor allem GP VI 36f. n. 29 (= GP VII 36f. n. *75 und n. 76), GP VI 38 n.*32, GP VI 38 n. *33, GP VI 38f. n. 34 und GP VII 38f. n. 79 und n. 80, GP VI 39 n. 35 und GP VII n. 39f. n. 83, GP VI 40 n. 36 und GP VII 41 n. 88 und n. 89, GP VI 40f. n *37 und GP VII 42 n. *90 sowie die dortigen Erläuterungen. Die Datierung ergibt sich vor allem aus der zeitlich feststehenden n. 706.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 698, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cd77443b-375f-4a93-bbb4-1c2c33d6ed60
(Abgerufen am 24.01.2017).