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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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(Papst Nikolaus I.) erteilt König Salomo (III.) von der Bretagne und dessen Frau Gyembret (Salomoni Britannorum regi eiusque coniugi Gyembret) auf deren Bitte um das Pallium für Bischof Festinian von Dol (... †(?)estiniano ... ecclesiae sancti Samsonis) (n. 733) mit Bezug auf sein früheres Schreiben (n. 495) eine Ablehnung, weil eine feierliche Bitte (... solemnis ... petitio) sowie die notwendigen Schriftstücke fehlten; der Papst empfiehlt deshalb dem Bischof die Übersendung früherer Palliumsurkunden, eines Glaubensbekenntnisses und einer Gehorsamserklärung gegenüber dem Papst, die ein Bote im Auftrag des Bischofs bei einem Aufenthalt von wenigstens 30 Tagen in Rom eidlich bekräftigen solle.

Originaldatierung:
Datum VII. Kalendas Iunii indictione XIII.
Incipit:
Proposuerat quidem apostolatus noster per ...
Empfänger:
König Salomo (III.) von der Bretagne und dessen Frau Gyembret

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. franç. 22322 p. 23-24.

Erw.: n. 770; n. 798; Urk. Innozenz’ III. von 1199 Juni 1 (Innozenz, Register II 153 n. 79).

Drucke: Martène-Durand, Veterum scriptorum I 44f.; Martène-Durand, Thesaurus III 862f.; Morice, Mémoires de Bretagne I 318; Mansi, Coll. XV 470; Migne, PL CXIX 925; (Bouquet, Recueil VII 408; MG Epist. VI 639f. n. 122.

Reg.: Bréquigny, Table I 272; J 2110; Anal. iur. pont. X 128 n. 91; JE 2789.

Lit.: De la Borderie, Hist. Bretagne II 96; Levillain, Réformes ecclésiastiques 223-225; Lot, Festien 21-24; Duchesne, Fastes II 271; Duine, Schisme breton 449f.; Pocquet du Haut-Jussé, Papes et Bretagne 14f.; Riché, Bretagne 132; Martí Bonet, Palio 112; Chédeville, Chrétienté 39; Smith, "Archbishopric of Dol" 66; Smith, Province and Empire 124, 158.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Ramackers, PUU V 48; zur päpstlichen Kritik an der Form der königlichen Anfrage und den entsandten Boten vgl. n. 733. Das erwähnte frühere päpstliche Schreiben bezüglich einer Palliumverleihung ist nicht überliefert, vgl. n. 495. Die Erwähnung in n. 770 ist recht allgemein, die Urkunde Innozenz’ III. verzeichnet Adresse und Legatenbefehl und hebt zudem hervor, sicut ex authentico ipsius apparet. In n. 798 wird bemängelt, daß die im vorliegenden Brief geforderten Schriftstücke noch nicht nach Rom gesandt worden seien. Zu möglichen weiteren Erwähnungen vgl. n. 770. Zu dem hier erstmals in einem erhaltenen päpstlichen Schreiben auftauchenden Festinian, der wohl erst seit 859 als Bischof des seit etwa 848 bestehenden Bistums Dol fungierte, vgl. besonders die erschöpfende Studie von Lot (auch zu den verschiedenen Namensformen des Bischofs). Zu der bis heute noch umstrittenen Frage, ob das Bistum Dol dem Bistum Aleth nachfolgte oder nur einen Teil der letztgenannten Diözese abdeckte, vgl. außer Lot auch De la Borderie, Levillain, Duchesne und Duine 426-434. Bemerkenswert bleibt bezüglich des Rechtsinhaltes, daß Nikolaus die Ansprüche Salomos für Dol nicht grundsätzlich zurückweist, sondern nur zum Verfahren Stellung nimmt. Vgl. allgemein zum unrealistischen Königstitel Salomos Brunner, Fränk. Fürstentitel 227f. mit Anm. 84.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 764, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/be3b4b8e-5435-4292-84f2-e2512d8f7b05
(Abgerufen am 23.03.2017).