Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

Sie sehen den Datensatz 563 von insgesamt 870.

Die päpstlichen Legaten Radoald (von Porto) und Zacharias (von Anagni) berichten über den Verlauf der Synode in Konstantinopel (von 861), leugnen jedoch (zunächst) ihre Beteiligung an der Absetzungssentenz gegen Ignatios.

Empfänger:
Legaten Radoald (von Porto)

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 569; n. 570; n. 824; n. 831; Vita s. Ignatii (Mansi, Coll. XVI 245).

Reg.: –.

Lit.: Hergenröther, Photius I 438 und 509; Perels, Nikolaus 38; Haller, Nikolaus 30; Dvornik, Photian Schism 91; Riesenberger, Prosopographie 134-138 und 142; Stiernon, Konstantinopel 48; Hartmann, Synoden 288; Scholz, Politik 204.

Kommentar

Nur die genannten Erwähnungen berichten über Verlauf der Synode und Rückkehr der Legaten; in n. 569 und n. 570 wird von dem unangemessenen Empfang und der Verfälschung des Briefes n. 545 berichtet, wie die Konzilsakten angeblich erkennen ließen. Zum Ablauf und den Beschlüssen der Synode in Konstantinopel vgl. Stiernon, Interprétations 679-689 sowie n. 546. Gegen die These, die päpstlichen Legaten seien in Byzanz bestochen worden (Perels), hat sich Haller gewandt, vgl. die zusammenfassende Diskussion bei Riesenberger und zum Hintergrund n. 616 sowie n. 719. Die Rückkehr der päpstlichen Legaten wird unterschiedlich datiert. Gegen Hergenröther (Ende 861 oder Anfang 862) hat Haller 30 Anm. 75 mit Berufung auf Baronius wegen des im Winter ruhenden Schiffsverkehrs Stellung bezogen und auf den Spätsommer 861 datiert; Stiernon geht jedoch davon aus, daß die päpstlichen Legaten Konstantinopel erst im September verließen und vor Beginn des Winters in Rom eintrafen. Dieser Vorschlag ist vor allem deshalb zu bevorzugen, weil die Vita s. Ignatii (Mansi, Coll. XVI 245) den Aufbruch nach der Rückkehr des Ignatios nach Konstantinopel legt, die nach dem Erdbeben im August 861 erfolgte. Vgl. auch zur wohl gleichzeitigen Gesandtschaft n. 564.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 563, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b728f137-dcdb-4bad-b162-4009e3848e9a
(Abgerufen am 31.03.2017).