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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) läßt den zur Peterskirche (in Rom) führenden, verfallenen Aquädukt (Aqua Traiana) renovieren.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 163f.).

Reg.: –.

Lit.: Reekmans, Développement topographique 227f.; Ward-Perkins, From Classical Antiquity 139, 141, 251 und 253; Lohrmann, Schiffsmühlen 285; Herbers, Wasser 68 mit Anm. 18.

Kommentar

Nur aus dem Lib. pont. erfahren wir über die Maßnahme des Papstes. Dort heißt es genauer, daß die renovierte Wasserleitung nicht nur Bedürftigen, sondern auch Rompilgern diente und als Schmuckstück der Leostadt angesehen wurde. Der Text vergleicht sogar die Fürsorge des Papstes mit der Aufopferung Christi für die Armen. Zur Lage des Aquäduktes vgl. Ward-Perkins 139 und 250f. (mit Hinweis auf die verschiedenen Lib. pont.-Stellen zur Renovierung der römischen Aquädukte). Die vorliegende Erwähnung ist Bestandteil eines kurzen Verzeichnisses päpstlicher Bau- und Instandsetzungstätigkeiten. Angesichts der im Lib. pont. gebräuchlichen Auflistung der Baumaßnahmen und Geschenke nach Indiktionsjahren (vgl. Herbers, Leo 22-26), ist die Renovierung des Aquädukts wohl noch in die 13. Indiktion des laufenden Zyklus’ zu datieren: Dem betreffenden Eintrag geht im Papstbuch unmittelbar die Erwähnung der Legation des Arsenius im Frühjahr 865 (n. 759) sowie der Rehabilitation Seufreds (n. 770) voraus; der nachfolgend einsetzende Bericht über eine bulgarische Gesandtschaft in Rom (n. 804) wird hingegen bereits ausdrücklich in die 14. Indiktion datiert, so daß eine zeitliche Einordnung am Ende der Indiktion möglich, jedoch wie bei anderen Baumaßnahmen eher die gesamte 13. Indiktion anzusetzen ist.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 714, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b437d91c-4f7f-4e89-9318-1d47129e0c9d
(Abgerufen am 23.10.2017).