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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) bestätigt auf Wunsch des Königs (Ordoño I. von Asturien) und dessen Großen, die Boten und Erzdiakone des Bischofs von Iria nach Rom geschickt hatten (idem Legionensis princeps, collecto sum potentibus regni sui consilio, per missarios et archidiaconos Irensis pontificis apud Romanum pontificem summis precibus impetravit), Kanonikate in der Kirche von Iria Flavia (unde, ex mandato et praecepto jam dicti Romani praesulis, praefati Irienses episcopi in eadem Iriensi ecclesia ob redivivam tantae ecclesia memoriam canonicatum constituent ...).

Empfänger:
Iria Flavia

Überlieferung/Literatur

Erw.: Gefälschte Urk. des Diego Gelmírez’ vom 1134 Feb. 8 (Fita/López Ferreiro, Monumentos antiguos, 8-11.

Reg.: Iglesias Ortega/Sandoval Verea/Seijas Montero, Guía 96.

Lit.: Fita/López Ferreiro, Monumentos antiguos, 3-32; López Ferreiro, Historia II 150f.; Portela Pazos, Decanologio, 10f.; García Álvarez, Sobre la «Coronica de Iria» 176; Vones, Kirchenpolitik, 81, 549f.

Kommentar

Nur in der erwähnten gefälschten Urkunde des Erzbischofs Diego Gelmírez von Compostela, die auch die Wiedererrichtung in Iria, dem alten Bischofssitz vor der endgültigen Translation nach Santiago unter Urban II. im Jahre 1095 behandelt, wird die päpstliche Intervention, die gemeinhin auf Nikolaus I. bezogen wird, genannt. Die zeitliche Zuweisung von Fita/López Ferreiro (ca. 858-862) und Portela Pazos (ca. 862), die im wesentlichen auf der Erwähnung von Normanneneinfällen und einer rigiden Interpretation der im Dokument insinuierten Abläufen beruht, bleibt allerdings hypothetisch, so daß sich die Passagen auch auf spätere Zeiten zwischen dem 9. und 11. Jh. beziehen könnten, vielleicht sogar erst zur Translation des Bischofssitzes von Iria nach Compostela im Jahre 1095 (García Álvarez 176). Vgl. zu diesen Zusammenhängen allgemein auch López Alsina, Urbano II y el traslado 107-127. Vones, Hist. Comp. weist darauf hin, daß es sich bei der Urkunde des Diego Gelmírez’ „um eine Fälschung handelt, die in engem Zusammenhang mit der Bestätigung der Fueros von Padrón (Iria) durch Ferdinand II. von 1164 Feb. 21 steht" und belegt dies mit Unstimmigkeiten in der Zeugenliste. Problematisch ist auch der Legatentitel für die fragliche Zeit. Obwohl die Echtheit des Dokuments nicht ernsthaft in Frage kommt, kann ein Bezug zu Nikolaus nicht ausgeschlossen werden. Dieser Bezug bleibt aber zumindest unsicher, obgleich er im neuesten Führer des Kathedralarchivs (Iglesias Ortega/Sandoval Verea/Seijas Montero, Guía) wiederum genannt wird. Der Zeitpunkt, auf den hin gefälscht worden sein könnte, folgt den oben erwähnten Vorschlägen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. †473, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b3c0e795-1bf2-4644-9955-49442d065331
(Abgerufen am 25.05.2017).