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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Auf Anordnung von Papst (Nikolaus I.) (auctoritate sedis apostolicae) überführt Erzbischof Ansgar (von Hamburg-Bremen) den Leichnam seines Vorgängers Willehad (von Bremen) (in die Domkirche) und setzt dessen Aufnahme unter die Heiligen fest.

Empfänger:
Erzbischof Ansgar (von Hamburg-Bremen)

Überlieferung/Literatur

Erw.: Historia archiepiscoporum Bremensium (Lappenberg, Geschichtsquellen Bremen 8).

Reg.: GP VI 30 n. *†18.

Kommentar

Die päpstliche Autorität erwähnt nur die angegebene „Historia" aus dem 14. Jh.; die Miracula s. Willehadi 2,38 (MG SS II 385, 390) und Adam von Bremen, Gesta I 31 (MG SS rer. G. [2] 385, 390) verzichten auf einen vergleichbaren Hinweis, vgl. auch May, Reg. Bremen 12 n. 39. Die Berücksichtigung einer päpstlichen Weisung in der „Historia" beruht wohl auf der Meinung des Chronisten aus dem 14. Jh., eine Heiligsprechung hätte der päpstlichen Autorität bedurft, dies ist jedoch für die Zeit bis zum 12. Jh. unzutreffend, vgl. Kemp, Canonization, Klauser, Heiligsprechungsverfahren 90f. und Krafft, Papsturkunde und Heiligsprechung 2-4. Deshalb darf zwar nicht am Erhebungsakt der Gebeine, jedoch an der Echtheit einer päpstlichen Zustimmung gezweifelt werden. Die Datierung ergibt sich aus der Angabe des Festtages VI. Idus novembris und der Überführung der Reliquien 70 Jahre nach dem Tod Willehads (November 789).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. †531, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/aff74323-6c42-4295-9e77-26bf910be84e
(Abgerufen am 28.05.2017).