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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst (Nikolaus I.) übermittelt dem Erzbischof (Ado von Vienne) (acht) kanonistische Sentenzen: I. Vorschriften für die Erzbischöfe zur Abhaltung von Provinzialsynoden, II. Aufgaben und Vorbildfunktion der Metropoliten, III. gebotene Ehrerbietung und Gehorsam der Suffragane gegenüber ihren Metropoliten, IV. Errichtung von Taufkirchen nicht durch Laien, sondern durch Erzbischöfe und Bischöfe, zu denen die anderen Titelkirchen gehören, V. Verbot für Laien, Kirchen oder Kapellen an ihren Häusern einzurichten, und Aufforderung an Erzbischöfe und Bischöfe, nicht nach weiterem Besitz und Ausdehung ihrer Rechte zu streben, VI. Aufforderung, die wegen eines öffentlichen Vergehens Exkommunizierten nach öffentlicher Buße wieder anzunehmen, VII. Warnung vor grundlosen Exkommunikationen, damit das bischöfliche Ansehen nicht leide, VIII. Androhung des Anathems für diejenigen, welche die Weisungen des Apostolischen Stuhles mißachteten.

Incipit:
(Ut archiepiscopi canonicos conventus in ...)

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 10. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Regin. lat. 566 fol. 52v-53v; 10. Jh., La Rochelle Bibl. mun.: Ms. 387 fol. 93r-93v; 18. Jh., Paris Bibl. nat.: Coll. Moreau 1231 fol. 35r-36r.

Drucke: Labbe-Cossart, Conc. VIII 566f.; Coleti, Conc. IX 1585; Hardouin, Acta Conc. V 388; Mansi, Coll. XV 451; Migne, PL CXIX 1121; MG Epist. VI 664f. n. 147.

Reg.: J 2144; Anal. iur. pont. X 80 n. 12; JE 2836; Chevalier, Reg. dauphin. I n. 728 c. 123; Gall. Pont. III 110f. n. 106.

Lit.: Kremers, Ado von Vienne 37-40; Perels, Nikolaus 173 Anm. 1; Bishop, Nicholas 250 Anm. 2; Schilling, Guido 278f. und 318.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Musset, Cat. La Rochelle, Perels, Briefe I 564 und 583, Schilling 278f. und 318, Jasper, Beginning 111 sowie zuletzt Gall. Pont. III. Alle drei angegebenen Überlieferungen repräsentieren das Briefbuch Ados, vgl. ibid. 49. Die acht Capitula wurden laut dem Lemma an den supradictum Erzbischof gesandt, womit entsprechend der hs. Überlieferung nur Ado von Vienne gemeint sein kann. Der Text setzt unmittelbar mit I. ein, deshalb ist auch das oben angegebene Incipit dasjenige von Kapitel I. Möglicherweise wurden die Abschnitte auf Anfragen des Erzbischofs hin zusammengestellt; ein entsprechender Begleitbrief des Papstes ist jedoch nicht erhalten. Die in den Anal. iur. pont. X 60 und 80 vorgeschlagene Verbindung der acht Kapitel mit n. † 541 ist hinfällig, vgl. Perels in MG Epist. 664 Anm. 1. Zu einigen Quellen und Anklängen vgl. die Edition in MG sowie zu Kapitel VI die Edition des Mainzer Konzils von 847 (c. 31) bei Hartmann (MG Conc. III 176). Das letzte Kapitel (VIII) stammt aus den Statuten des römischen Konzils vom 30. Oktober 863 (MG Conc. IV 147-159, 155), und wurde Ado auch in n. 671 als fünftes Kapitel mit der gleichen Überschrift wie hier für alle capitula übersandt, vgl. Hartmann, MG Conc. IV 148. Vgl. insgesamt zu den Kanones und zu möglichen Bezugspunkten zu Synoden und weiteren PUU Schilling 318 und Dies. in Gall. Pont. III. Aus den Bezügen zum römischen Konzil ergibt sich der Terminus post quem, der zumindest für Kapitel VIII, bei Voraussetzung einer gleichzeitigen Zusammenstellung auch für alle acht Kapitel gelten kann.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 675, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ad843efb-9fd9-447a-b994-e9588345f028
(Abgerufen am 18.12.2017).