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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) bestätigt dem Bischof Rothad von Soissons (reverentissimo et sanctissimo Rothado episcopo sanctae ecclesiae Suessonicae) mit Verweis auf seine früheren Briefe die Restitution ins Bischofsamt (n. 749), bedroht alle, die ihn an der Ausübung seines Amtes hindern sollten, mit der Exkommunikation, verweist für die Nichtverurteilung Rothads auf die von ihm zwar brieflich geladenen (vgl. n. 607, n. 628, n. 629, n. 701), aber außer einem (Odo von Beauvais) nicht erschienenen Kläger, die sich nur schriftlich an den Papst gewandt hätten (n. 668); er bestätigt den zwischenzeitlich teilweise entfremdeten Besitz der Kirche von Soissons und unterstützt Rothad für den Fall der nach der zweiten und dritten Mahnung unterlassenen Restitution mit der Androhung des Anathems gegen Widersacher.

Originaldatierung:
Scriptum per manum Petri notarii regionarii et scriniarii sanctae Romanae ecclesiae in mense Ianuario indictione tertia decima. Data XIIII. kalendas Februarias per manum Tyberii primicerii sanctae sedis apostolicae imperante domno piissimo semper Augusto Hludowico a Deo coronato magno pacifico imperatore anno sexto decimo, indictione XIII.
Incipit:
Decessorum exempla meorum imitans mirabiliumque ...
Empfänger:
Bischof Rothad von Soissons

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 9. Jh., Rom Bibl. Vallicelliana: D 38 fol 209v-210r; 10.-11. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Vat. lat. 1343 fol. 146v-147v; 12. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 3854 fol. 218r-219r; Ende 12. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Vat. lat. 1344 fol. 110v-111r; 16. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 1458 fol. 229r-230r; 16. Jh., Rom Bibl. Vallicelliana: C 15 fol. 166v-167v; 18. Jh., Paris Bibl. nat.: Coll. Moreau 1231 fol. 21r-23r.

Erw.: Ann. Bertiniani a. 865 (Grat 119).

Drucke: Carafa, Epist. III 172; Sirmond, Conc. Gall. III 265; Conc. coll. reg. XXII 795; Labbe-Cossart, Conc. VIII 806; Hardouin, Acta Conc. V 598; Cocquelines-Mainardi, Bull. Rom. I 204; Mansi, Coll. XV 701; Migne, PL CXIX 909; Tomassetti, Bull. Rom. I 328; MG Epist. VI 382-384 n. 68.

Reg.: J 2102; Anal. iur. pont. X 124 n. 83; JE 2781; Lohrmann, PUU Frankreich 148 n. 5.

Lit.: Perels, Nikolaus 110; Haller, Nikolaus 105 Anm. 277; Fichtenau, Arenga 97; Fuhrmann, Pseudoisidor. Fälschungen II 258-260; Bishop, Nicholas 283f.; Goetz, Auctoritas et Dilectio 38.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Perels, Briefe I 547-556 und 583 sowie Jasper, Beginning 112-114. Die kanonistische Sammelhandschrift Paris Ms. lat. 1458 stammt in diesem Teil aus dem 16. Jh., vgl. Perels I 572. Die Erwähnung in den Ann. Bertiniani bleibt allgemein. Zur Arenga vgl. Fichtenau. Der anfängliche Verweis auf frühere Schreiben und Entscheidungen ist so generell, daß diese nicht sicher zugeordnet werden können; auch die Nennung der Einladungen der Kläger bleibt sehr allgemein und könnte sich auf weitere als die oben genannten Schreiben beziehen. Der Text selbst wirkt wie eine Mischform aus Brief und Privileg; wie die sonst in Briefen nicht übliche, hier jedoch scharfe Poenformel sowie die große Datierung erkennen lassen. Die erwähnten Schreiben der geladenen Kläger sind nicht erhalten, vgl. n. 668. Zum Verfahren und zum möglichen Einfluß der pseudoisidorischen Fälschungen vgl. Fuhrmann. Zu dem in der Datierung genannten Primicerius Tiberius vgl. Halphen, Administration 94 sowie Santifaller, Elenco 53 und 261. Die um drei Tage von n. 749 abweichende Datierung erklärt sich entweder aus der vorzeitigen Abfassung des Briefes oder der Ankündigung eines künftigen Restitutionsaktes.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 745, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ace9f70f-ebac-42f3-a26f-0751a1cc9d02
(Abgerufen am 26.06.2017).