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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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(Papst Nikolaus I.) dankt (König) Karl (dem Kahlen) (dilecto filio Karolo g[lorioso regi]) für den Empfang seines Legaten (Bischof Arsenius von Orte) (vgl. n. 759), erwähnt die Klagen der von (Erz)bischof Hinkmar (von Reims) abgesetzten (Kleriker) (Wul)fad und seiner Genossen, (berichtet) von seiner (Aufforderung) an Hinkmar, über die (Restitution der) Kleriker zu verhandeln (n. 791), befiehlt im Fall von dessen Ungehorsam die Behandlung auf einer Synode in Soissons mit dem Episkopat der Gallia und Neustriens ([cum] ceteris Galliarum et Neustriae archiepiscopis et episcopis) und empfiehlt die Kleriker dem Schutz Karls.

Incipit:
... [d]evotioni, quam in adventu missi ...
Empfänger:
(König) Karl (dem Kahlen)

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 9. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 1458 fol. 162r-162v.

Erw.: n. 801; n. 808; n. 811; n. 812; Schreiben Hinkmars an Egilo von Sens (von 866 Sept.) (MG Epist. VIII, 190-194 n. 186).

Drucke: Hampe, Zum Streite Hinkmars 192-195; Quentin, Lettre de Nicolas 105-109; MG Epist. VI 402-404 n. 73.

Reg.: JE 2805α.

Lit.: Schrörs, Hinkmar 272f.; Perels, Nikolaus 136; Haller, Nikolaus 114 Anm. 306.

Kommentar

In der Pariser Hs., die in diesem Teil aus dem 9. Jh. (vgl. dazu Perels, Briefe I 570-572, Mordek, Bibl. capitularium 412-414 und Jasper, Beginning 114) stammt, ist fol. 162 beschädigt. Deshalb konnten alle Editoren den bruchstückhaften Text nur noch teilweise entziffern; auch das Incipit bleibt unsicher. Der heutige Textbestand der Hs. entspricht immer noch demjenigen zur Zeit der Transkription durch Perels, es waren keine weiteren Textverluste erkennbar. Bekannt war das Schreiben jedoch schon vor der Auffindung dieser fragmentarischen Hs. vor allem durch die Erwähnung in den späteren Antwortbriefen Karls (n. 801), sowie durch eine Notiz bei Sirmond, Conc. Gall. III 613, die dieser an den Druck von n. 791 anfügte. Mit Hilfe der anderen Briefe zur Synode von Soissons sind viele Lücken der Hs. hypothetisch ergänzt worden, vgl. die Zusammenstellung aller bisherigen Konjekturversuche in MG Epist. VI. Demnach könnten vor allem für die weiterhin bestehenden größeren Lücken noch Ergänzungen zur Person und Vorgeschichte Wulfads o. ä. angenommen werden. So bezieht sich Hinkmar von Reims in n. 848 auf ein nicht näher zu identifizierendes päpstliches Schreiben an Karl den Kahlen, in dem Nikolaus die persönliche Unschuld der Ebo-Kleriker konstatiert haben soll. Möglicherweise enthielt der vorliegende Brief entsprechende Passagen. Zur Auseinandersetzung um Wulfad und um die weiteren von Ebo geweihten Kleriker vgl. n. † 114, n. 806 sowie allgemein Schrörs, Hinkmar 270-277 und Perels, Nikolaus 132-141. Die vom Papst angeordnete Synode fand schließlich im August 866 in Soissons statt, vgl. n. 808. Möglicherweise war die Angelegenheit der Ebo-Kleriker auch durch Rothad von Soissons und den von seiner Legation heimkehrenden Arsenius in Rom erneut virulent geworden (so Perels, Nikolaus 132-134), vgl. dazu den Brief Hinkmars an Egilo von Sens (MG Epist. VIII 194-196 n. 187) mit dem Hinweis auf Rechenschaft gegenüber Arsenius. Zu datieren ist in Anlehung an die Parallelschreiben n. 789, n. 790, n. 791, n. 792 und n. 793. Überbracht wurde das Schreiben möglicherweise durch Erzbischof Remigius von Lyon (vgl. n. 795); das Plädoyer Hallers 114 für den Grafen Erich als päpstlichen Briefboten ist aus chronologischen Gründen abzulehnen (zu Erich vgl. n. 795 und n. 796).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 794, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/abb52820-f3df-4cc1-aaf6-adccfc4ad965
(Abgerufen am 26.05.2017).