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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) empfängt die vom bulgarischen König (Boris) geschickten Boten, beauftragt wunschgemäß Priester zur weiteren Missionierung in Bulgarien, darunter die Bischöfe Dominikus von Trevi und Grimoald von Bomarzo, fertigt Briefe aus und schlägt vor, von den entsandten Priestern einen zum Erzbischof zu erwählen, sodann zur Weihe nach Rom zu senden, weil der von König Boris zum Erzbischof erbetene Formosus sein Bistum (Porto) nicht aufgeben dürfe.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 165 und 175).

Drucke: Acta Rom. Pont. (Tàutu 687-691 n. 330) (fragm.).

Reg.: J *2186; JE *2887.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich II 192; Perels, Nikolaus 163; Zimmermann, Papstabsetzungen 216; Riesenberger, Prosopographie 164 und 166; Grotz, Hadrian 106; Stiernon, Konstantinopel 72; Scholz, Transmigration 216; Herbers, Päpstliche Autorität 18, Herbers, 866 – Bulgarien 18 und 21.

Kommentar

Nur aus der ersten angegebenen Erwähnung ist die Gesandtschaft bekannt. Der als Antwort zu verstehende Auftrag wurde noch von Nikolaus I. erteilt, allerdings brachen die Legaten wohl erst während des Pontifikates Hadrians II. auf (JE *2889). Nach der Notiz der Hadriansvita (Duchesne 175) wurden damals ursprünglich auf Nikolaus lautende Schreiben mit dem neuen Papstnamen aktualisiert. Gleichzeitig wurden wohl die schon in Bulgarien weilenden (vgl. n. 833) Bischöfe Formosus von Porto und Paul von Populonia nach Konstantinopel entsandt. Die päpstliche Verweigerung der Erzbischofswürde für Formosus wegen des Translationsverbotes spielte in den späteren Ereignissen um den Pontifikat des Formosus eine Rolle, vgl. Herbers, Formose. Die Formen der Wahl eines Erzbischofs bleiben vage. Da noch keine Kirchenstruktur in Bulgarien existierte, konnten sie nicht den von Nikolaus in seinem Lehrschreiben (n. 822, cap. 72 und 73) aufgestellten Normen entsprechen. Der Lib. pont. berichtet von dem Vorgang noch vor dem Tod des byzantinischen Herrschers Michaels III. am 23. September 867; da die päpstliche Legation allerdings erst unter Hadrian II. aufbrach, ist vielleicht in der Nikolausvita die chronologische Reihenfolge nicht genau beachtet worden. Hieraus ergibt sich eine Datierung zwischen August 867 und dem Pontifikatsende Nikolaus’ I.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 850, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a87f7ad0-e272-4303-b501-dbc8823a4e3a
(Abgerufen am 24.04.2017).