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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Nikolaus (I.) bestätigt dem Kloster Subiaco unter Abt Leo (I.) (... Leo venerabilis abbas ... in venerabili monasterio ... Benedicti et sancte Scolastice qui ponitur in Subiaco) wunschgemäß (n. 441) die durch Brandstiftung der Sarazenen vernichteten Privilegien seiner Vorgänger, insbesondere Gregors (I.) (JE †1421; IP II 85 n. †1); bestätigt alle Besitzungen und Rechte samt Pertinenzien im Gebiet von Tivoli, Subiaco, Rieti und Cicoli (... territorio Tiburtino et Sublaciana [sic] ... infra Reatino et Ciculano et Tiburtino territorio), darunter besonders das Gut Putitia, auf dem das Kloster errichtet wurde; er beschreibt den Grenzverlauf, belegt widerrechtliche Nutzung der klösterlichen Gewässer im Gebiet von Subiaco mit einer an den Papst zu entrichtenden Strafe von 20 Pfund Goldes und erläßt Alienationsverbot.

Incipit:
Quia petistis a nobis qualiter ...
Empfänger:
Kloster Subiaco

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11.-12. Jh., Subiaco Bibl. stat.: Arca VI n. 1 fol. 11r und 217r (fragm.); 1473, Subiaco Bibl. stat.: Arca III n. 43; 1573, Subiaco Bibl. stat.: Arca VI n. 10 fol. 26r; 1623, Subiaco Bibl. stat.: Arca VI n. 15 fol. 14v; 1628, Subiaco Bibl. stat.: Arca VI n. 11 fol. 36v (fragm.); 18. Jh., Modena Arch. di Stato:

Kommentar

"L. A. Muratori Carte"; 18. Jh., Rom Bibl. naz.: Cod. Sessor. 217 p. 5. Erw.: Urk. Johannes’ VIII. (JE 3363; IP II 87 n. †6); Urk. Johannes’ X. von 926 Jan. 18 (JL 3569; Zimmermann, PUU I 94-96 n. 57; Böhmer-Zimmermann n. 77); Urk. Leos VII. von 936 Juli 11 (JL 3597; Zimmermann, PUU I 120-124 n. 72; Böhmer-Zimmermann n. 128); Urk. Gregors V. von 997 Juni 28 (Zimmermann, PUU II 669-673 n. 345; Böhmer-Zimmermann n. 800); Chr. Sublacense (Morghen, SS rer. Ital. XXIV,6 6 und 33); Caput pont. (Allodi-Levi 9). Drucke: Muratori, Antiquitates V 469-472; Allodi-Levi, Regesto Sublacense 13-16 n. 7. Reg.: JE †2678; Federici, Notizia dei documenti 34 n. 21; IP II 86f. n. †5. Lit.: Egidi, Notizie storiche 196-199; Morghen, Le relazioni 191; Carosi, Primo monastero 167; Cignitte/Caronti, L’abbazia nullius 44. Zur Überlieferung vgl. IP. Die Urkunde ist zusammen mit dem weiteren Privileg Nikolaus’ I. für Subiaco (n. † 493) von Egidi als Fälschung erwiesen worden. Demnach sei sie samt Besitzliste hauptsächlich auf der Grundlage eines Privilegs Gregors V. von 997 (Zimmermann, PUU I 669-673 n. 345) angefertigt worden. Kann sich somit die Erwähnung einer Nikolausurkunde in einigen Hss. des Privilegs Gregors V. durchaus bereits auf die vorliegende Fälschung beziehen, so dürften die oben angeführten früheren Erwähnungen bei Johannes X. und Leo VII. (eine weitere Erwähnung in einer Gerichtsurkunde von 983 April [JL I p. 483; Zimmermann, PUU 542f. n. 276; Böhmer-Zimmermann n. 611] betrifft wohl eher n. † 493; die Erwähnung in der Urkunde Johannes’ VIII. [JE 3363; IP II 87 n. †6] ist, da es sich ebenfalls um eine Fälschung handelt, wenig aufschlußreich) auf ein echtes Privileg Nikolaus’ I. anspielen (vgl. bereits Egidi und Zimmermann, PUU I 94-96 n. 57), das möglicherweise der für das 9. Jh. falschen Besitzliste als echter Kern zugrundeliegen könnte. Zu den nur dürren Quellenberichten über die Sarazenen und Subiaco vgl. Saletta, Arabi al Garigliano 84 und 98. Die Erwähnungen im Chr. Sublacense beruhen wohl auf der vorliegenden Fälschung sowie auf n. † 493. Dort und im Caput pont. wird auf die Verwü-stung durch die Sarazenen (vgl. n. 441) hingewiesen; möglicherweise lag hierin auch der Anlaß für das echte Privileg Nikolaus’ I. Vgl. allgemein zum Kloster Caraffa, Monasticon Italiae 174f. n. 229.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. †442, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a4acde50-dde5-46d2-ae77-9077a2835684
(Abgerufen am 25.07.2017).