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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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König Lothar (II.) (Hlotharius divina praeveniente clementia rex summae felicitatis et praesentis prosperitatis) schreibt an Papst Nikolaus (I.) (sanctissimo et perbeatissimo summo pontifici et universali papae Nicolao) und versichert ihn seines vollständigen und dauerhaften Gehorsams, klagt über ständige üble Nachrede, erklärt sich zu einer gerichtlichen Untersuchung in Rom bereit, bedauert, bisher durch allerlei Widrigkeiten (variae incommoditates) an einer Reise zum Papst gehindert worden zu sein, bittet Nikolaus, auch seine Gegner vorzuladen und bis dahin den Verleumdungen kein Gehör zu schenken, kündigt an, von der Versammlung (nostro generali concilio), die er Mitte Juli (mediante Iulio mense) abhalten werde, Gesandte nach Rom zu schicken, beteuert, auch den päpstlichen Legaten immer Gehorsam erwiesen zu haben, und bittet Nikolaus deshalb, wenn er ihm Mitteilungen zu machen habe, ihm direkt Gesandte oder Briefe zukommen zu lassen, bestreitet (mit ähnlichem Wortlaut wie Adventius in n. 853) die Aussage als Lüge, er habe nach Abreise des päpstlichen Legaten Arsenius (vgl. n. 759) erneut Kontakt mit Waldrada gehabt, und empfiehlt abschließend seinen Kanzler Grimland (Grimlandus) als Gesandten.

Überlieferung/Literatur

Druck: MG Epist. VI 236-238 n. 17.

Erw.: n. 861.

Reg.: Böhmer-Mühlbacher 1281; Böhmer-Mühlbacher2 n. 1316.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich II 161f.; Parisot, Lorraine 301f.; Perels, Nikolaus 143; Haller, Nikolaus 73; Staubach, Herrscherbild 209-212; Heidecker, Kerk, huwelijk en politieke macht 201.

Kommentar

Sprachliche und inhaltliche Übereinstimmungen des Briefes mit n. 697 und n. 786 könnten auf denselben dictator verweisen (vgl. MG Epist. VI 236, Anm. 1). Ob Lothar nach der angekündigten Reichsversammlung erneut Gesandte nach Rom schickte, ist aus den Quellen nicht ersichtlich. Der erwähnte Grimland erreichte Rom wohl kurz vor dem Tod Nikolaus’ I. und kehrte mit einem Brief Hadrians II. an Karl den Kahlen (JE *2896) und mit der Absolution Waldradas (JE 2897) am 25. Mai 868 zurück (vgl. Böhmer-Mühlbacher2 n. 1317a und Ann. Bertiniani a. 868 [Grat 143]). Zur Datierung vgl. Dümmler 162, der als Abfassungszeit für den Brief den Zeitraum zwischen der Zusammenkunft Ludwigs des Deutschen und Karls des Kahlen in Metz (vgl. n. 861) und dem Treffen Lothars II. mit Ludwig dem Deutschen in Frankfurt (Böhmer-Mühlbacher2 n. 1315d) ansetzt, im Gegensatz dazu glaubt Parisot 301 Anm. 4, der Brief sei nach dem Frankfurter Treffen abgefaßt worden. Als Terminus ante quem muß außerdem die von Lothar angesprochene Reichsversammlung Mitte Juli gelten (Böhmer-Mühlbacher2 n. 1315e).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 849, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a244f6ce-f866-4b64-a338-77ba42eef6bc
(Abgerufen am 25.05.2017).