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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Benedikt III. entsendet den Thesaurar Huniger von St-Denis zusammen mit Gesandten Kaiser Ludwigs (II.) mit einer Urkunde (n. 410) zu König Ethelwulf (von Wessex) .

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urk. König Ethelwulfs von 857 Nov. 4 (Barker, Sussex Anglo-Saxon Charters 132 n. 23; Sawyer, Anglo-Saxon Charters n. 318; vgl. Atsma-Vezin, St-Denis 218f. n. 5). Reg.: -. Lit.: Harttung, Dipl.-hist. Forschungen 112f.; Hessel, Bulles St-Denis 393; Sproemberg, Judith 68f.; Atsma-Vezin, St-Denis 218f. und 231f.

Kommentar

Die einzige Erwähnung zur päpstlichen Entsendung Hunigers findet sich in der bisher meist als Fälschung bezeichneten Königsurkunde (vgl. Stevenson, Old English Charters). Harttung vermutete noch deren Anfertigung mit Hilfe einer weiteren Urkunde sowie einer chronikalischen Notiz über Ethelwulfs Rombeziehungen, vgl. jedoch die Ablehnung bei Sproemberg. Jüngst haben Atsma-Vezin die bisherigen Vorbehalte der Forschung zum Dossier der englischen Besitzungen von St-Denis in Frage gestellt. Sie vermuten zumindest eine echte Grundlage der verschiedenen Dokumente, darunter auch der Urkunde Ethelwulfs (vgl. n. 410 ). Zwar ist der als Überbringer der Urkunde genannte Thesaurar Huniger von St-Denis in dieser Funktion anderweitig nicht bezeugt, aber vielleicht laut Atsma-Vezin 232 mit dem 840 belegten Huntgarius diac. et mon . identisch. Empfangen wurde die Legation angeblich in London (in Lindoma civitate) . Die in der Königsurkunde und in n. 410 angesprochenen Mißstände betrafen eventuell die angeblich zu St-Denis gehörenden Besitzungen in Rotherfield, Hastings, Pevensey und London (Ridrefelda ... Hastingas ... Pevenisel ... et in Lundenuuic), vgl. hierzu Salzmann, Eccl. Hist. 3 sowie Atsma-Vezin 213f. Anm. 6, 11, 16 und 17 samt Karte (215). Die Urkunde Ethelwulfs gedenkt in der Datierung erneut der angeblich noch anwesenden Gesandtschaft. Da deren Datierung auf November 857 lautet, dürfte die Entsendung der Gesandtschaft gleichzeitig mit dem Ausstellungstermin von n. 410 anzusetzen sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 411, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0857-05-11_2_0_1_4_2_411_411
(Abgerufen am 25.06.2017).