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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Benedikt III. (ego dominus Benedictus III. pp. ac gubernator sanctae et apostolicae sedis totiusque ecclesiae cunctorum per orbem ) gewährt (damus et concedimus ) den Bürgern von Terni (habitatoribus civitatis Interamnensis majoribus ac minoribus natu ) den Besitz ihrer Stadt samt Pertinenzen und droht bei Besitzstörung mit dem Anathem und mit der an den Papst zu zahlenden Strafe von 100 Pfund Gold.

Iohannes nepos domini pontificis, Gualterius similiter nepos eius testes. Saxo comes, Raynerius de Ioseph, Adam de Alberto testes. Ego Petrus scriniarius sacrae Romae ecclesiae hunc preceptu (sic) per jussionem Benedicti III papae s. manu mea scripsi. Anno ab incarnatione salutifera D.N.I.C. 856 mense Madii indictione sexta.

Incipit:
Honestum nimis et necessarium videtur ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: -. Kop.: 1267, Terni Bibl. com.: Pergamene del Archivio comunale, Apographo di Nicola notaio n. 1; 17. Jh., Rom Bibl. Vat: Cod. Barb. lat. 3214 (XL 11) fol. 265r-266r. Drucke: Ughelli, Italia sacra I 753; Cocquelines-Mainardi, Bull. Rom. I 189; Orlandi, Risposta; Migne, PL CXXIX 1011; Tomassetti, Bull. Rom. I 302-303; Manassei, Alcuni documenti 372 n. 1; Angeloni, Hist. Terni² 543 n. 1. Übers. (ital.): Angeloni, Hist. Terni 547f. Reg.: Angeloni, Hist. Terni 80², 125; J CCCXLII; JE † 2665; IP IV 20 n. † 1; Archivi Umbria 84. Lit.: Santifaller, Verbalinvokation 56 und 85.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. IP sowie Archivi Umbria 83f.; die maßgebliche Kopie des 13. Jh. findet sich in einem Notariatsinstrument u. a. zusammen mit einer Urkunde Paschalis' II. (IP IV 20 n. 2) und Friedrichs I. (DF I n. 274). Das Dokument ist heute in einem sehr verderbten Zustand, so daß viele Passagen kaum noch lesbar sind. Die Angaben zur Überlieferung in DF I. n. 274 (mit der irrigen Jahreszahl 1262) sind nicht mehr zutreffend. Die Benedikturkunde, die schon lange als Fälschung gilt, wird in den weiteren faserten des Notariatsinstrumentes, die Manassei druckt, nicht erwähnt. Auch das Kaisermandat Heinrichs VII. (MG Const. IV,2, 1086 n. 1047) nennt die Benedikturkunde nicht. Schon das Formular weist einige Eigentümlichkeiten auf. Im Anschluß an die ungewöhnliche Verbalinvokation findet sich die Datierung zu Beginn der Urkunde; das übrige Eschatokoll samt der nicht zeitgemäßen Auflistung der Zeugen steht nach der Androhung der ebenfalls unüblichen Geldstrafe. Am Schluß folgt in der ältesten Hs. eine nachgezeichnete Rota, deren Schrift auf dem Photo der Abschrift nicht mehr zu erkennen ist. Die Rota deutet daraufhin, daß der Fälschungszeitpunkt frühestens nach der Mitte des 11. Jh. angenommen werden kann. Vgl. hierzu Santifaller, Neugestaltung 34-36 sowie Dahlhaus, Rota. Zu Anklängen an den LD vgl. Santifaller, LD 93. Wann genau und warum die Fälschung hergestellt wurde, läßt sich nur schwer sagen. Die Urk. Friedrichs I. verdeutlicht, daß der Stauferkaiser mit der Vergabe von Terni über ein Gebiet verfügte, das ursprünglich-sicher seit Paschalis II. 1109 - der päpstlichen Einflußzone zugerechnet wurde, vgl. Kehr, Viktor 65. Sollte die Benedikturkunde als Reaktion hierauf gefertigt worden sein, müßte man die Zeit zwischen Friedrichsurkunde und ältester Abschrift als Fälschungszeitpunkt vermuten. Zu dem im Eschatokoll genannten Skriniar Petrus vgl. Santifaller, Elenco 52 und 258. Der Text der Datierung, wie in den Drucken geboten, ist in der Hs. nicht eindeutig erkennbar. Bei der umstrittenen Jahreszahl ist nur noch zu lesen: DCC [Lücke] LVI ° [oder LIII °] . Auf diesem unsicheren Befund könnten auch die unterschiedlichen Auflösungen (IP: 753, Migne: 857, JE: 855) beruhen, jedoch scheint bei Ergänzung der Lücke DCC[C]LVI ° am wahrscheinlichsten, führt also auf 856 als intendiertes Ausstellungsjahr, obwohl die 6. Indiktion hierzu nicht paßt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. F404, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0856-05-00_1_0_1_4_2_404_F404
(Abgerufen am 23.03.2017).