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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Anastasius bemächtigt sich des Lateranpalastes sowie des dortigen Thrones, nachdem er dem Bischof Romanus von Bagnorea befohlen hatte, den gewählten (Papst) Benedikt (III.) vom Thron zu stoßen sowie der Pontifikalgewänder zu berauben, und übergibt Benedikt den früher von Papst Leo (IV.) abgesetzten (n. 75) Priestern Johannes und Hadrian zur Inhaftierung.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 142); Flodoard von Reims, De Christi triumphis (Migne, PL CXXXV 818f.); Pseudo-Liudprand, Liber (Migne, PL CXXIX 1250). Reg.: J p. 235 und 237; JE I p. 339 und 341. Lit.: Dopffel, Kaisertum und Papstwechsel 124; Heimbucher, Papstwahlen 169; Duchesne, Etat pontifical 231; Perels, Nikolaus 205; Zimmermann, Papstabsetzungen 43; Gussone, Thron 176.

Kommentar

Der Bericht des Lib. pont. und die weiteren, davon abhängigen Zeugnisse kritisieren vor allem die Inbesitznahme des Thrones, den Anastasius nicht einmal mit den Händen hätte berühren dürfen (quod nec manibus debuerat contrectare ) sowie die widerrechtliche Aneignung der Pontifikalgewänder. Die beiden genannten Priester sind nicht näher bekannt. Ob sie mit den Kardinalpriestern identisch sind, die beim römischen Konzil 853 unterschrieben hatten (MG Conc. III 338; vgl. Duchesne II Anm. 13), bleibt fraglich, vgl. n. 75 . Der Lib. pont. berichtet noch weiter, daß sich Bischöfe, Klerus und Volk anschließend ("unter Tränen") versammelt hätten. Die Angabe, daß dies an einem Samstag (septimae ... feriae cursus peragebatur ) geschah, ergibt, ausgehend vom Weihetag (n. 353), die Datierung.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 347, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0855-09-28_1_0_1_4_2_347_347
(Abgerufen am 24.08.2017).