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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Benedikt III. verspricht der Äbtissin Agnes Maurocena vom Kloster S. Zaccaria in Venedig bei einem Besuch in Venedig, wohin er wegen Zwietracht in Rom gereist war, die Übersendung römischer Reliquien und bittet um Kriegsschiffe.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Andrea Dandolo, Chr. (Pastorello, SS rer. Ital. XII, 1, 153-154); Laurentius de Monacis, Chr. (Cornelius 43 und 57); Marin Sanudo, Le vite dei dogi (Monticolo, SS rer. Ital. XXII, 4, 1, 116f.). Reg.: . Lit.: Bozzoni, II silentio 54-56; Kehr, Rom und Venedig 59f.

Kommentar

Die Nachricht über den Besuch des Papstes in Venedig stammt wahrscheinlich aus einem Lektionar des Klosters und entbehrt der Glaubwürdigkeit, vgl. Kehr sowie IP VII,2, 177 n. †*8 im Kommentar. Der freilich erst im 15. Jh. schreibenden Laurentius de Monacis bezieht sich auf alte Bücher. Die in den Erwähnungen anschließend berichtete Reliquienübergabe an die von der Äbtissin (nach Rom) entsandten Boten ist ebenso wie die dem Papst zugeschriebene Indulgenz historisch nicht gesichert, vgl. n. † 341 . Nur Laurentius de Monacis fügt (57) hinzu, der Papst habe zum Schutz seiner Orte um zwei Schiffe (naves, quae more Graecorum Kalandrae dicebantur ) gebeten. Bezieht man die Zwietracht in Rom auf die Wirren um die Erhebung Benedikts in Auseinandersetzung mit Anastasius, so läßt sich als Zeitpunkt, auf den hin gefälscht wurde, mit Vorbehalt September 855 annehmen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. F340, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0855-09-00_1_0_1_4_2_340_F340
(Abgerufen am 22.11.2017).