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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Der gebannte (vgl. n. 307 ) Anastasius wird in Orte auf Betreiben (seines Onkels) Bischof Arsenius' von Orte (Arsenio cogente episcopo ) von diesem und den kaiserlichen Missi, den (Mark)grafen Adalbert von Tuszien und Bernhard (von Verona), für das päpstliche Amt in Aussicht genommen (meditabant, qualiter Anastasium apostolico culmine sublevarent) . Er gewinnt weitere Anhänger, darunter Bischof Nikolaus von Anagni sowie die magistri militum Mercurius, Gregor und Christophorus.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 141; Prerovský II 588); Flodoard von Reims, De Christi triumphis (Migne, PL CXXXV 818); Sigebert von Gembloux, Chr. a. 854 (MG SS VI 340); Chr. Turon. (Martène-Durand, Veterum scriptorum 967); Radulf von Diceto, Abbreviationes chronicorum (Stubbs, SS rer. Brit. LXVIII, 1, 137). Reg.: J p. 236; JE I p. 341; Böhmer-Mühlbacher 2 n. 1203a. Lit.: Dopffel, Kaisertum und Papstwechsel 124; Heimbucher, Papstwahlen 167f.; Duchesne, Etat pontifical 231; Perels, Nikolaus 204; Zimmermann, Papstabsetzungen 43; Hees, Kaiser Ludwig 88; Riesenberger, Prosopographie der päpstlichen Legaten 130f. und 146.

Kommentar

Die Erhebung des Anastasius wird nur im zitierten Lib. pont. ausführlich geschildert, abhängig vom Lib. pont. ist Flodoard; bei Sigebert, im Chr. Turon. und bei Radulf von Diceto finden sich nur knappe allgemeine Verweise auf das Gegenpapsttum. Unklar bleibt, ob man bei dem in Orte vollzogenen Akt von einer "Wahl" sprechen kann. Der Bericht ist in dieser Hinsicht zwar negativ (sicher auch aufgrund seiner Parteinahme für Benedikt III.), jedoch ist durchaus möglich, daß man Anastasius in Orte, wie der Lib. pont. (Duchesne II 141) als Vorschlag seines Onkels Arsenius mitteilt, mit dem päpstlichen Inful schmückte, vgl. Zimmermann. Bei dieser eigentlichen "Erhebung" scheinen nur der Bischof Arsenius von Orte sowie die von den päpstlichen Legaten in Rom bereits gemeldeten (n. 338) kaiserlichen Missi beteiligt gewesen zu sein. Zur Identifizierung der namentlich genannten Missi vgl. Hlawitschka, Oberitalien 149. Möglicherweise waren sie noch von weiteren begleitet, denn im Lib. pont. heißt es vor der Nennung von Adalbert und Bernhard: ... ex quibus ... Zur Verwandtschaft des Arsenius mit Anastasius vgl. Perels, Nikolaus 188-190 und Herbers, Leo 215 Anm. 92. Die weiteren genannten Personen machten sich auf Betreiben der päpstlichen Legaten (des Bischofs Nikolaus von Anagni und des magister militum Mercurius) gemeinsam mit ihnen von Rom nach Orte auf den Weg; ob sie allerdings noch an der "Wahl" mitwirkten, ist unklar. Zu den päpstlichen Amtsträgern und Parteigängern vgl. Herbers, Leo 244f. Zu datieren ist auf die Zeit kurz nach der Rückkehr der päpstlichen Legaten nach Rom (n. 338), eventuell sogar gleichzeitig, vgl. auch Perels.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 339, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0855-08-00_2_0_1_4_2_339_339
(Abgerufen am 19.09.2017).