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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Erzbischof Hinkmar von Reims erbittet bei Papst Leo (IV.) erstmals die Bestätigung der Synode (von Soissons).

Überlieferung/Literatur

Erw.: JE 2822; JE 2823; Flodoard von Reims, Hist. III 21 (MG SS XXXVI 277 = MG Epist. VIII 38 n. *72). Reg.: vgl. Schrörs, Hinkmar 523 n. 73. Lit.: Schrörs, Hinkmar 67; Fuhrmann, Pseudoisidorische Fälschungen II 244; Goetting, Hildesheim 81.

Kommentar

In den Briefen Papst Nikolaus' I. (JE 2822 und JE 2823) heißt es vor der Erwähnung von n. 284 non semel supplices litteras misit (bzw. misisti ) und später bei dem Hinweis auf n. 285 denuo . Dieses offensichtlich erste Approbationsgesuch vermutet Schrörs, Hinkmar 566 Anm. 33 als eventuell mit n. 112 identisch, jedoch fehlt hierfür ein klarer Textbeleg. Zudem ordnet Flodoard n. 112 eher vor dem Konzil von Soissons ein, vgl. auch Perels in MG Epist. VIII 36 Anm. 4. Zu folgen ist Schrörs jedoch, wenn er die Erwähnung des Briefes an den Papst, die aus einem Schreiben Hinkmars an den Bischof Leo (von Silva Candida) (853-867) (vgl. auch das Reg. bei Schrörs, Hinkmar 523 n. 73) hervorgeht, in diese Zeit legt. Hierin gedenkt Hinkmar seiner Legation an den Papst und versucht, den als Bibliothekar (sonst nicht belegt, vgl. Halphen, Administration und Santifaller, Elenco) der römischen Kirche angesprochenen Bischof Leo als Fürsprecher beim Papst zu gewinnen. Auszuschließen ist allerdings nicht, wie auch Perels in MG Epist. VIII 38 n. *72 offenläßt, daß dieses Schreiben erst eines der späteren Bittgesuche Hinkmars (n. 285 und n. 333) unterstützte. Die ebenfalls in den Zusammenhang des vorliegenden Briefes von Schrörs eingeordneten Schreiben Hinkmars an den päpstlichen Nomenkulator und Apokrisiar Gregor (Schrörs, Hinkmar 523 n. 74 und 75) sind jedoch wohl später zu datieren, zumal ein Amtsträger dieses Namens erst unter Papst Johannes VIII. erstmals bezeugt ist (Halphen, Administration 132 und Santifaller, Elenco 61). Das erste Gesuch Hinkmars lehnte der Papst ab (n. 284), vgl. zu Hinkmars weiteren Bemühungen n. 285 und n. 333. Zu datieren ist auf die Zeit unmittelbar nach dem Konzil von Soissons im April 853 (MG Conc. III 253-293) und vor n. 284, wie die Erwähnungen in den Briefen Nikolaus' I. nahelegen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 283, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0853-04-00_4_0_1_4_2_283_283
(Abgerufen am 21.10.2017).