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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Leo IV. bittet (König) Ludwig (II. von Italien) (Ludovico ) erneut (n. 119), Adrian und Peter nicht gegen seinen Willen (nec querimus umquam nec volumus ) zu ihm zu schicken, sonst müsse er wegen Todesgefahr Bewaffnung anordnen.-[A]drianum et Petrum numquam recipiemus ...

Incipit:
[A]drianum et Petrum numquam recipiemus

Überlieferung/Literatur

Orig.: -. Kop.: -. Insert: Coll. Brit. (Ende 11./Anf. 12. Jh., London Brit. Lib.: Ms. add. 8873 fol. 169r); Ivo von Chartres, Decretum X 73 (Migne, PL CLXI 713). Drucke: Mansi, Coll. XIV 887; Migne, PL CXV 657; MG Epist. V 607 n. 42. Reg.: J 1974; Ewald, Brit. Sammlung 390 n. 35; JE 2602; Böhmer-Zielinski n. 63. Lit.: Langen, Geschichte II 832; Hirschfeld, Gerichtswesen Rom 425; Herbers, Leo 237.

Kommentar

Im Text wird dem König vorgeworfen, entweder die früheren päpstlichen preces oder den honor des Papstes zu mißachten. Bei Anwesenheit von Adrian und Peter würde künftig nicht mehr priesterliche Gewandung genügen, sondern statt dessen seien Lanze, Schild und Schwert erforderlich. Die Adresse des Brieffragmentes ist nicht eindeutig inskribiert; zwar steht bei Ivo von Chartres Ludovico (Lothario) regi, jedoch läßt sich nicht mit letzter Sicherheit ermitteln, ob Ludwig der Deutsche oder Ludwig II. von Italien gemeint ist. Mit Ewald, Brit. Sammlung 393 ist am ehesten an Ludwig II. zu denken, wie die mit diesem Fragment wohl zusammenhängenden Stücke n. 248, n. 270 und n. 280 nahelegen. Auch ist das Fragment zeitlich vor diese Briefe zu setzen, da noch nicht von der späteren Bestrafung der Legatenmörder (n. 277) die Rede ist, vgl. Ewald, Brit. Sammlung 394. Langens Versuch, auf die Zeit nach dem Aufschub des Urteilsspruches 853 zu datieren, ist angesichts der bei Ivo aufscheinenden Adresse, die sich wohl auf Ludwig II. vor dessen Kaiserkrönung (n. 220) bezieht (vgl. n. 280 ), eher unwahrscheinlich. Die Kaiserkrönung Ludwigs ist deshalb (die exakte Verwendung des Titels bei Ivo vorausgesetzt) mit Vorbehalten Terminus ante quem; Terminus post quem ist die erste päpstliche Ermahnung.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 219, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0850-04-07_1_0_1_4_2_219_219
(Abgerufen am 23.05.2017).