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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Leo (IV.) gewährt der Kaiserin Irmengard wunschgemäß die Erlaubnis zur Errichtung des Klosters Erstein (D. Straßburg) und übersendet die Reliquien der Heiligen Felix, Adauctus, Secundianus, Marcellus, Valerianus und Cäcilia.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 228; Hrabanus Maurus, Epitaphium Irmengardis (MG Poet. lat. II 240); Flores temporum (Meuschen 86). Reg.: JE *2603; GP III 31 n. *1. Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich II 2 307; Engelmann, Legaten 50f.; Friedel, Erstein 30f. und 37; Büttner, Gesch. Elsaß I 143f., ND 130; Büttner, PUU Elsaß 7, ND 232; Hotzelt, Translationen ins Elsaß 10ff.; Boshof, Traditio Romana 62f.; Herbers, Leo 361-363; Herbers, Rom im Frankenreich 140f., 144-147.

Kommentar

Alle Erwähnungen nennen die Reliquienübersendung-wenn auch im Epitaph Irmengards nur pauschal -, hingegen erscheint die päpstliche Zustimmung zur Klostergründung nur in n. 228. Erklärt sich der Konsens Lothars I. zur Gründung am 6. September 849 (DLoI. 106) aus den Besitzverhältnissen, so läßt sich für die Bemühungen um das päpstliche Einverständnis allenfalls ganz allgemein Irmengards Petrusdevotion geltend machen, vgl. Boshof 62 und 70 mit weiteren Nachweisen. Die Reliquien wurden laut den Flores temporum durch Bischof Joseph von Ivrea, den Erzkaplan Ludwigs II., überbracht, vielleicht auch, um die Unterstützung Lothars I. zu den Bauvorhaben Leos IV. zu gewinnen, vgl. Dümmler und Engelmann. Friedel vermutet, daß Joseph auf dem Rückweg die Konstitutionen des inzwischen gegründeten Klosters zur Bestätigung mit nach Rom nahm, jedoch ist dies mehr als zweifelhaft, da der Passus zu Bestimmungen Irmengards in der Urkunde Leos IV. wohl später eingefügt wurde, vgl. n. 228 . Unklar ist, welche Reliquien genau übersandt wurden: eine erste Aufzählung in n. 228 verzeichnet nur die im Regest angegebenen Reliquien, während einige Sätze später in einer Liste über die Niederlegung in dem inzwischen gebauten Kloster Erstein auch die Überreste von Urban, Sixtus und Agatha genannt werden. Mit Friedel, Hotzelt, GP und Boshof ist am ehesten an eine spätere Interpolation zu denken, zu möglichen Textvorlagen vgl. Herbers. Für die Datierung ist n. 228 Terminus ante quem, als Terminus post quem kann die Urkunde Lothars I. vom 6. September 849 herangezogen werden, zu deren Ausstellungszeit Erstein noch nicht gegründet worden war. Nimmt man hinzu, daß der Überbringer der Reliquien, Bischof Joseph von Ivrea, wieder als Bittsteller für n. 228 in Rom fungierte, so ist als Datierung am ehesten der Zeitraum um die Jahreswende 849-850 anzunehmen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 210, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0849-00-00_1_0_1_4_2_210_210
(Abgerufen am 24.10.2017).