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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Leo (IV.) verordnet anläßlich einer nächtlichen Feier in S. Maria die bisher in Rom ungebräuchliche Oktavfeier des Festes Mariä Himmelfahrt; beschenkt das anwesende Volk mit Silber und übereignet der Kirche S. Maria bei S. Lorenzo fuori le mura (in Rom) (in [basilica] ... Mariae ) eine gold verzierte Decke, 45 Tücher sowie je eine goldverzierte Decke für die Oratorien der Heiligen Barbara, Nikolaus und Eugenia.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 112; Prerovský II 547-549); Flodoard von Reims, De Christi triumphis (Migne, PL CXXXV 817); Pseudo-Liudprand, Liber (Migne, PL CXXIX 1245); Vinzenz von Beauvais, Speculum historiale 974; Andrea Dandolo, Chr. (Pastorello, SS rer. Ital. XII, 1, 153); Thomas Ebendorfer, Chr. pont. Rom. (MG SS rer. G. NS XVI 288). Reg.: IP I 161 n. *5. Lit.: Corpus Basilicarum Christianarum II 13 und 140; Herbers, Leo 267f.

Kommentar

Von den genannten Quellen berichtet der Lib. pont. am ausführlichsten; Pseudo-Liudprand, Andrea Dandolo und Thomas Ebendorfer verzeichnen nur die Neueinführung der Oktav. Flodoard und die von Pierre Bohier glossierte Fassung des Lib. pont. (Prerovský II 548) wissen auch von der Beschenkung der anwesenden Menge zu berichten. Die zuletzt genannte Quelle erwähnt anschließend die goldverzierte Decke für S. Maria und nennt weitere Geschenke. Zum Bestimmungszweck der (vielleicht eher 65 als 45) Tücher vgl. Corpus Basilicarum Christianarum II 140. Zu den beiden Kirchen bei S. Lorenzo fuori le mura vgl. außerdem IP I 160, Hülsen, Chiese 285, Armellini, Chiese II 1082. Das Fest wurde in S. Maria iuxta basilicam sancti Laurentii martyris mit Vigilien, Matutin und Laudes begangen. Die Oktav wurde wohl erstmals von Leo IV., dem dieses Fest besonders wichtig war, eingeführt, vgl. DAC I/2, 1902, 3000; eine Vigil wird wenig später von Nikolaus I. (vgl. JE 2812) erwähnt. Sollten sich die Bemerkungen zur Begehung der Oktav auf eine beginnende Festwoche beziehen, so wäre auf den 15.-16. August zu datieren, ist (wie wahrscheinlicher) der eigenliche Oktavtag gemeint, so müßte man vom 22. August ausgehen. Setzt man eine weitgehend chronologische Berichterstattung im Lib. pont. voraus (vgl. n. 121 ), so ergibt sich die erschlossene Jahreszahl.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 173, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0848-08-15_1_0_1_4_2_173_173
(Abgerufen am 22.05.2017).