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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Leo (IV.) schenkt der von den Sarazenen beraubten (vgl. n. 59 ) Kirche S. Peter (in Rom) (in basilica beati Petri) einen silbernen Kronleuchter, zwei Schüsseln, sieben Tücher, einen verzierten Vorhang und weitere Gaben, darunter Leuchter, (insgesamt 135) verzierte Tücher für den Chorraum, das Kirchenschiff und die Tore sowie weitere sieben Tücher für das Oratorium des hl. Andreas.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 107 und Duchesne II 108f.; Prerovský II 540). Reg.: -. Lit.: Herbers, Leo 171 ff.

Kommentar

Die nur im Lib. pont. genannten Gaben werden an zwei Stellen der Leovita erwähnt: zunächst unmittelbar nach dem Bericht über die Weihe des Papstes (n. 68), dann nach einigen dazwischen eingefügten allgemeinen Rechtsbestimmungen. Bei dieser zweiten Auflistung wird der noch unter Papst Sergius II. erfolgten Verwüstungen durch die Sarazenen (vgl. n. 59 und n. 60 ) gedacht, so daß die Geschenke vielleicht als "Neuausstattung" zu verstehen sind. In der von Pierre Bohier glossierten Fassung des Lib. pont. werden allgemein Geschenke für S. Peter und andere römische Kirchen erwähnt. Zu weiteren, wohl später zu datierenden Gaben für S. Peter, vgl. n. 142 , n. 171 , n. 175 , n. 266 , n. 295 und n. 317 . Alle Geschenke werden genauer beschrieben: Von den sieben Tüchern waren zwei mit Goldfäden, zwei mit Kreuzen verziert, drei weitere aus spanischem Tuch gefertigt. Den (vielleicht wegen der Herkunft) sogenannten "alexandrinischen" Vorhang schmückten Bilder von verschiedenen Vögeln. Ebenso zeigten einige der genannten Stoffe der "zweiten Liste" Darstellungen (vela leonum habentia istorias). Auch die Orte, für die sie bestimmt waren, werden vermerkt: 25 Tücher um den Altar herum, zehn vor der Confessio, 46 für die Interkolumnien des Kirchenschiffes, 33 für das Presbyterium, drei für die Tore und 18 weitere Tücher an verschiedenen Stellen. Für einen der genannten Kronleuchter war eine Gewichtsangabe vorgesehen, jedoch fehlt ein Zahleneintrag (allgemein hierzu Herbers, Leo 174); zwei weitere Kronleuchter wogen 132 und 130 Pfund Silber. Mit dem Andreasoratorium ist wohl eine der beiden an das linke Querschiff anschließenden Rundkapellen (Andreaskapelle) gemeint (vgl. Buchowiecki, Kirchen Roms I 114 sowie zur Baugeschichte auch Rasch, Andreasrotunde). Wahrscheinlich waren die genannten Behänge für deren sieben Interkolumnien gedacht. Allgemein zur Baugeschichte von S. Peter vgl. Arbeiter, Alt-St.-Peter. Die Leovita weist wie andere Viten des Lib. pont. einige Jahresangaben auf, die allerdings weniger die Geschenklisten der Vita betreffen. Die päpstlichen Geschenke und Stiftungen dürften jedoch weitgehend-wie in anderen Viten auch-indiktionsweise aufgezeichnet worden sein. Mit Vorsicht lassen sich hieraus zeitliche Blöcke ableiten; der erste, zur 10. Indiktion, dürfte etwa die Seiten 106-111 der Edition von Duchesne umfassen und mit der vorliegenden Notiz beginnen, vgl. Herbers, Leo 22-26 und 37-41.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 121, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0847-04-10_1_0_1_4_2_121_121
(Abgerufen am 31.03.2017).