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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Erzbischof Hinkmar (von Reims) fragt bei Papst Leo (IV.) mit Hinweis auf die Verhältnisse in seiner eigenen Kirche an, welche Befugnisse dem Chorepiskopat zustünden.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Flodoard von Reims, Hist. III 10 (MG SS XXXVI 117 = MG Epist. VIII 11 n. *33). Reg.: Schrörs, Hinkmar 520 n. 37. Lit.: Schrörs, Hinkmar 36, 50; Dümmler, Ostfränk. Reich I 2 293; Gottlob, Chorepiskopat 97f., 133; Devisse, Hincmar 50f.

Kommentar

Der Hintergrund zur Anfrage Hinkmars liegt laut Gottlob in der Verschwendung der Kirchengüter durch weltliche Gewalten. Sie bezieht sich vor allem auf die Verwaltung der Reimser Diözese nach der Absetzung des früheren Metropoliten Ebo 835 (Böhmer-Mühlbacher 2 938c) bzw. (nach dessen Flucht) 840/841 durch den Abt Fulko von St-Wandrille und Jumièges sowie den Bistumsverweser Notho (Goetting, Hildesheim 67-70), vgl. Gottlob, abweichend allerdings Schrörs. Zur Sache vgl. ferner Traube in MG Poet. lat. III Anm. 3. Einen Zusammenhang dieses Schreibens mit den Beschlüssen der Pariser Synode von 849 (MG Conc. III 200f.) vermuteten gegen Schrörs zwar Dümmler und Traube, vgl. dagegen jedoch inzwischen Hartmann in MG Conc. III 200 f. mit Berufung auf Hinschius, Kirchenrecht II 167 Anm. 5 und Lot-Halphen, Charles le Chauve 209 Anm. 2. Deshalb ist auch die von Devisse angenommene Datierung auf 849-850 abzulehnen (laut Devisse ließ Hinkmar nach der Palliumanfrage [n. 137 und n. 138] und dem Pariser Konzil eine gewisse Zeit verstreichen) und der von Schrörs und Perels in MG Epist. VIII vorgeschlagenen Datierung auf 847-850 zu folgen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 117, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0847-00-00_3_0_1_4_2_117_117
(Abgerufen am 06.12.2016).