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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Sergius (II.) entsendet (päpstliche) Legaten und gebietet König Karl (dem Kahlen), diesen den Erzbischof Guntbold von Rouen samt von diesem selbst ausgewählten Bischöfen nach Trier (Treveris) zur Behandlung des Streites zwischen (den Erzbischöfen) Ebo und Hinkmar von Reims (auf einer Synode) entgegenzuschicken und für das Erscheinen des letzteren zu sorgen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Brief Hinkmars von 867 Juli (MG Epist. VIII 210 n. 198); Synodalschreiben von 867 Oktober-November (MG Conc. IV 236f.); Flodoard von Reims, Hist. III 2 (MG SS XXXVI 192 und MG Epist. VIII 204). Reg.: J * 1965; JE *2589; cf. GP X 28 n. †*19. Lit.: Schrörs, Hinkmar 53; Dümmler, Ostfränk. Reich I 2 261; Parisot, Lorraine 37 Anm. 5; Lesne, Hincmar et Lothaire 13ff.; Hefele-Leclercq, Hist. IV/1, 128; Mann, Lives II 248; Algermissen, Altfrieds Gründungen 12; McKeon, Ebbo 447; Devisse, Hincmar 136; Kottje, Bußbücher 235 Anm. 331; Goetting, Hildesheim 76f.; Herbers, Leo 337.

Kommentar

Außer den Erwähnungen berichtet auch die Narratio clericorum Remensium (MG Conc. II, 2, 812) über die Ereignisse, jedoch mit expliziter Erwähnung lediglich von n. 55. Alle Texte hängen wohl voneinander ab und sind in den Zusammenhang des Konzils von Troyes 867 einzuordnen, wie Fuhrmann, Pseudoisidorische Fälschungen I 208 Anm. 43 mit Zusammenfassung der früheren Forschungsergebnisse dargelegt hat. Die Narratio verwechselt nicht nur Sergius II. mit Leo IV., sondern berichtet ebenso abweichend über die Beauftragung der Erzbischöfe Drogo von Metz, Otgar von Mainz und Hetti von Trier neben derjenigen Guntbolds zur Klärung des Streitfalles, vgl. bereits Dümmler sowie GP X 28 n. †* 19 und unten n. † 114. Die Briefe des Papstes gingen wohl auf eine Initiative des Kaisers Lothar I. zurück, vgl. n. 51 ; entsprechend kennzeichnet n. 55 die Entsendung der Legaten in servitium imperatoris . Die angekündigten Legaten erschienen nicht, wie Hinkmar im Anschluß an die Erwähnung von n. 54, n. 55 und n. 57 vermerkt, vgl. auch n. 137 und Mann, der eine Verhinderung durch Angriffe der Sarazenen vermutet. Jedoch dürfte dies ein zu früher Zeitpunkt sein, vgl. n. 56 und auch Lesne 15. Karl der Kahle berief im Auftrag des Papstes schließlich ein Konzil nach Paris ein (n. 56), zu dem Ebo jedoch nicht erschien. Der Briefwechsel wird übereinstimmend auf das Jahr 846 datiert, vgl. n. 51 . Aufgrund des im Zusammenhang mit n. 55 genannten Entsendungstermins der Legaten ist die Abfassung vor diesen Zeitpunkt zu legen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 54, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0846-04-18_1_0_1_4_2_54_54
(Abgerufen am 24.07.2017).