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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Papst Sergius (II.) empfängt den Fürsten Siconolf von Benevent (Beneventanorum princeps), der mit einem großen Heer nach Rom gekommen war, und erteilt nach dessen Huldigung mit prostratio und Fußkuß diesem den päpstlichen Segen.

Kommentar

Nur aus dem Lib. pont. wissen wir von der Romreise Siconolfs; von der späteren Fassung abhängig ist der Bericht von Thomas Ebendorfer. Wie es dort heißt, kam er zur Zeit, als Ludwig II. in Rom weilte (per idem tempus, cum rex ipse Hludowicus Rome degeret, ...), woraus sich die Datierung ergibt. Siconolf war Konkurrent um den beneventanischen Dukat gegen Radelgis; vgl. Duchesne II 102 Anm. 12 sowie allgemein Lokys und Taviani-Carozzi 241 ff. zum Paktum und zur Teilung von Salerno und Benevent im Jahr 849. In diesen Zusammenhang gehört wohl auch seine im Lib. pont. nur kurz erwähnte Begegnung mit Ludwig II., vgl. die weiteren Quellen und Nachweise hierzu bei Böhmer-Zielinski. Laut Ohnsorge, Kaiserbündnis 126f. (178f.) und Kaiseridee im 9. Jh. 217f. hielt Sergius König Ludwig von einem bereits geplanten Sarazenenangriff ab (vgl. Herbers, Leo 133); vgl. auch die spätere Aufforderung Lothars an Leo IV. (oder je nach Datierung vielleicht sogar schon an Sergius II.) und Petrus von Venedig, eine Hilfsflotte gegen die im Beneventanischen wütenden Sarazenen zu schicken (n. 132). Vielleicht war Siconolfs neuerliches Bemühen um Anerkennung auch durch Herzog Wido I. von Spoleto vorbereitet worden, vgl. Hlawitschka, Intentionen der Widonen 126 und Ders., Widonen 38 (ND 173); die Anwesenheit bei der Krönung Ludwigs II. verweist zumindest darauf, daß er sich dessen Unterstützung versichern wollte. Die Begegnung Siconolfs mit Ludwig II. datiert Böhmer-Zielinski im Anschluß an die Königskrönung und die Synode (n. 32). Siconolf könnte allerdings aufgrund der schon zitierten Stelle per idem tempus schon durchaus vorher mit dem Papst zusammengetroffen sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 34, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0844-06-15_2_0_1_4_2_34_34
(Abgerufen am 29.03.2017).