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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,2

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Der römische Archipresbyter Sergius der Titelkirche SS. Silvestro (e Martino ai Monti), Sohn des Sergius, aus der vierten Region (Roms), wird vom römischen Adel und Volk (... proceres et Romane urbis optimates universusque ecclesiae populus ) gewählt und sodann aus seiner Titelkirche SS. (Silvestro e) Martino (basilica beati Martini confessoris ) geführt.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 86f.; Prerovský II 520); Ann. Bertiniani a. 844 (Grat 45); Ann. Fuldenses a. 843 (MG SS rer. G. [7] 34); Petrus Bibliothecarius, Hist. Francorum abbreviata (MG SS I 417); Ann. Xantenses a. 844 (MG SS rer. G. [12] 13);Ann. s. Germani minores a. 844 (MG SS IV 3); Hugo von Flavigny, Chr. a. 844 (MG SS VIII 353); Ann. Auscienses a. 844 (MG SS III 171); Chr. Turon. (Martène-Durand, Veterum scriptorum 966); Romuald von Salerno, Chr. (Garufi, SS rer. Ital. VII,1, 160); Jacobus de Voragine, Chr. Genuense (Monleone, FSI LXXXV 270); Roger von Wendover, Flores hist. (Coxe I 282); Ann. s. Benigni Divionensis a. 843 (MG SS V 39); Ann. Elmarenses a. 842 (Grierson 81); Vinzenz von Beauvais, Speculum naturale 2460; Amalricus Augerius, Actus pont. (Muratori, SS rer. Ital. III, 2, 290); Thomas Ebendorfer, Chr. pont. Rom. (MG SS rer. G. NS XVI 282). Reg.: J p. 229; JE I p. 327. Lit.: Dopffel, Kaisertum und Papstwechsel 116; Heimbucher, Papstwahlen 149; Duchesne, Etat pontifical 209f.; Mann, Lives II 236f.; Brezzi, Roma 50; Zimmermann, Papstabsetzungen 40f.

Kommentar

Nur der Lib. pont. berichtet ausführlich über die Wahl. Demgemäß hatten schon vor dem Eindringen des Diakon Johannes (n. 1) Beratungen stattgefunden, die beschleunigt fortgesetzt wurden, nachdem die "Usurpation" im Lateran bekannt geworden war. Die weiteren Erwähnungen deuten in der Regel nur durch eine kurze Notiz die rechtmäßige Amtsnachfolge in Form von Verben wie succedere, subrogare oder eligere an. Die Ann. Fuldenses und die Ann. s. Benigni Divionensis berichten zum Jahr 843. Weitere Nachweise bieten auch die in n. 64 angeführten Sedenzzeiten. Nur den Papstnamen ohne Angabe der Zeit vermerken u. a.: Ann. s. Rudberti Salisburgenses (MG SS IX 770); Ann. Vizeliacenses (Huygens, Mon. Vizeliacensia 210); Chr. de France (Bouquet, Recueil VII 128; Viard 168). Eine Reihe späterer Chroniken geben dem Papst den Beinamen Os porci , den dieser dann bei der Papstwahl zugunsten von Sergius abgelegt habe, und führen hierauf den Namenswechsel bei der Papstwahl zurück; zuerst wohl Gilbert von Rom, Chr. (MG SS XXIV 130). Allerdings beruht dies wohl auf einer Verwechslung mit Sergius IV, vgl. Böhmer-Zimmermann, Papstregesten n. 1036 sowie Poole, Names 156ff. Ebenso irrig ist die häufig in den Notizen zur Sedenzzeit anzutreffende und hiermit wohl zusammenhängende Bemerkung, Sergius habe die Änderung des Papstnamens bestimmt. Roger von Wendover nennt Sergius auch Pelagius .-Sergius entstammte derselben vornehmen Familie, die bereits mit Papst Stephan IV. einen Papst gestellt hatte und die später noch Papst Hadrian II. auf die Cathedra Petri brachte, vgl. Lib. pont. (Duchesne II 173) und außer der genannten Literatur auch Grotz, Hadrian 15f. Unklar bleibt, ob mit der vierten Region der kirchliche oder der zivile Rechtsbereich Roms gemeint war, vgl. Mann 235. Zur kirchlichen Karriere des Sergius vor der Papstwahl (unter Leo III. Akoluth, unter Stephan IV. Subdiakon und unter Gregor IV. Archipresbyter) vgl. Andrieu, Carrière ecclésiastique 97ff. Im Lib. pont. (Duchesne II 93) heißt es im Zusammenhang mit einer Schenkung für SS. Silvestro e Martino (n. 47), Sergius sei dort bis 844 Kardinalpresbyter gewesen. Die Datierung ergibt sich aus der wohl mit 3 Jahren anzusetzenden Sedenzzeit (vgl. n. 64 ) vom Weihetag bis zum Tod. Der Bericht des Lib. pont. suggeriert eine schnelle Weihe nach der Wahl, so daß an die Wochentage vor dem 27. Januar zu denken ist. Laut den Notizen des Eulogium (Haydon, SS rer. Brit. IX,1, 241) war er der 101., laut der des Sigebert von Gembloux, Chr. a. 844 (MG SS VI 339) der 103., laut denen des Chr. Suevicum univ. (MG SS XIII 64) und des Bernold von Konstanz (MG SS V 398,420) war er der 104., laut der Chr. minor minoritae Erphordensis (MG SS rer. G. [42] 615) und den Flores temporum (MG SS XXIV 243) der 105. und laut Amalricus Augerius der 108. römische Bischof.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,2 n. 2, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0844-01-21_2_0_1_4_2_2_2
(Abgerufen am 24.07.2017).