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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Synode (synodus): Auf Anordnung des Papstes Formosus (iussu domni Formosi apostolici) beruft (Ludwig der Stammler [sic für Ludwig der Blinde] mit Zustimmung der Königin Irmingard [Le Maire]) eine Synode ein, an der in Anwesenheit der päpstlichen Legaten, der Bischöfe Paschalis (von Ameria) und Johannes (von Segni?), (die Erzbischöfe Bernuin von Vienne und Aurelian von Lyon sowie die Bischöfe Isaak von Valence und Isaak von Grenoble [Le Maire]) nebst zahlreichen weiteren Bischöfen des Regnum (aliis coepiscopis eiusdem regni) teilnehmen.

Originaldatierung:
in basilica urbis S. Salvatoris a. inc. 892, Ind. 10.

Überlieferung/Literatur

ed. Schröder, MGH Conc. 5, Nr. 36 S. 301 – 305.

Regg.: J-L *3479; Martin, Conciles Lyon, Nr. 187; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 903 – 904; Schröder, Synoden, Nr. 6 S. 109 – 115; Hartmann, Synoden, S. 378f.; Schilling, Gallia pont. III/1, S. 119 Nr. *134 (= ebd., S. 367 Nr. *35).

Kommentar

Während die Praefatio und die Kanones 1 – 4 in einer Pariser Handschrift Ende 9. Jh. überliefert sind, werden die bischöflichen Teilnehmer (sie sollen die Akten unterschrieben haben) sowie Kanon 5 nur bei Le Maire, Promptuaire (1547), S. 55f., genannt; die Teilnahme Bernuins von Vienne wird in den Series archiepiscoporum Viennensium, ed. Waitz, MGH SS 24, S. 814 Z. 40f., bestätigt: Bernoinus ... interfuerat concilio Vienne celebrato a legato sedis apostolice a. 892. Auf Le Maire, der sich auf eine heute verschollene Handschrift des Klosters Ainay in Lyon beruft, geht auch die (durchaus glaubwürdige) Angabe zurück, daß die Synode von Ludwig dem Blinden (der von Le Maire genannte Ludwig der Stammler, gest. 879, kann nur auf einem Irrtum oder auf bewußter Verfälschung mit „gallikanischer Tendenz“ beruhen: Schröder, ed. cit., S. 301) mit Zustimmung seiner Mutter einberufen wurde („du temps du Pape Formosus ... par le commandement du Roy Loys, second de ce nom, surnommé le Balbe, et par le consentement de la Royne nommée Ermengarde fut assemblé un Concile de l’Eglise Gallicane ...“), wohingegen in der Praefatio der Kanones nur von Papst Formosus die Rede ist. Zu möglichen Ursachen dieser zwiespältigen Überlieferung siehe Schröder, Synoden, S. 112f. – Die 10. Indiktion (Septemberindiktion) stimmt mit dem Inkarnationsjahr überein. Zu abweichenden Datierungen in älteren Drucken siehe ebd., S. 113. – Zum Tagungsort der Synode, der neuen Kathedrale Saint-Sauveur in Vienne, die hier erstmals begegnet, vgl. Cavard, Vienne la Sainte, bes. S. 101; Ders., Saint-Maurice, S. 15f., 18; Schröder, Synoden, S. 114; Schilling, Gallia pont. III/1, S. 197. Zu den Bischöfen Isaak von Valence und Isaak von Grenoble vgl. schon Regg. 2831 u. 2857. Zu den päpstlichen Legaten siehe Schieffer, Legaten, S. 30; Riesenberger, Legaten, S. 162; Schröder, Synoden, S. 109.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2880, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f9b69301-eb46-489d-9cf5-30a8b8fe006d
(Abgerufen am 27.07.2017).