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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Papst Johannes (VIII.) gewährt dem Erzbischof (Rostagnus) von Arles den Gebrauch des Palliums und verleiht ihm das apostolische Vikariat für Gallien (usum pallii ac vices sedis apostolicḝ ... in ecclesiis, quḝ sub regno Galliarum sunt) vorbehaltlich der Rechte jedes einzelnen Metropoliten (singulis quidem metropolitis secundum priscam consuetudinem proprio honore servato).

Empfänger:
Erzbischof (Rostagnus) von Arles

Überlieferung/Literatur

Registerschreiben Johannes’ VIII., ed. Caspar, MGH Epist. 7, Nr. 120 S. 109 – 110, bes. S. 109 Z. 19 u. S. 110 Z. 7 – 9.

Reg.: J-E 3148.

Kommentar

Einleitend weist der Papst ausdrücklich auf das Motiv seiner persönlichen Anwesenheit in Arles, wo er zu Pfingsten gelandet war (11. Mai, siehe Reg. 2701), hin: cum pro sanctarum Dei ecclesiarum restauratione in Arelatensium civitate mei corporalem presentiam exhibuissem (ed. Caspar, a.a.O., S. 109 Z. 16f.). – Das Schreiben basiert wie der nachfolgend regestierte Papstbrief auf entsprechenden Verfügungen Papst Gregors des Großen zugunsten der Kirche von Arles (J-E 1374 – 1375), die weitgehend wörtlich wiederholt wurden. Da beide Schreiben in der Folgezeit ohne praktische Auswirkungen blieben, sind sie wohl nur als formales, nicht zur Realisierung bestimmtes Zeichen des Dankes gegenüber jenem Metropoliten zu werten, der ihn als erster Bischof Galliens in Arles empfangen hatte; vgl. Gundlach, Streit, S. 257f. (dort auch die ältere Literatur sowie allgemein zum langen Konflikt zwischen Arles und Vienne um die kirchliche Vorrangstellung in Gallien); siehe auch Reg. 2663 (Verleihung des apostloschen Vikariats in Gallien an Ansegis von Sens). Boso kam die formale Rangerhöhung des Erzbischofs von Arles sicherlich gelegen, auch ihm mag Johannes VIII. damit geschmeichelt haben; vgl. Haller, Papsttum II, S. 116f., 386. – Vgl. noch Dümmler, Geschichte III2, S. 79; Poupardin, Provence, S. 87; Grierson, Rostagnus; Arnold, Johannes VIII., S. 152f. – Siehe auch das folgende Reg.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2704, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f7abc7eb-5854-4d39-a719-cf4cf9eb85f1
(Abgerufen am 22.10.2017).