Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

Sie sehen den Datensatz 405 von insgesamt 571.

König Arnulf (von Ostfranken), der nach Ende des Wormser Hoftags (BM2, Nr. 1897f) nach Lorsch zieht, überträgt dort Ludwig (dem Blinden), dem Sohn Bosos, auf Intervention von dessen Mutter, (der Königin) Irmingard, mehrere Städte mit den zugehörigen Gauen, die (König) Rudolf (I. von Hochburgund) in Besitz hat (Soluto conventu [von Worms] cum ad Lorasham isdem princeps [scil. Arnulf] venisset, Ludowico filio Bosonis matre Irmingarde interveniente quasdam civitates cum adiacentibus pagis, quas Ruodulfus tenebat, dedit).

Überlieferung/Literatur

Regino v. Prüm a. 894, ed. Kurze, S. 142.

Regg.: BM2, Nr. 1901a; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 912.

Kommentar

In Worms ist Arnulf vom 5. bis 13. Juni nachweisbar (D Af. 126 – 128). Ende August ist er in Regensburg bezeugt (D Af. 129 – 130). – Die Literatur geht durchgängig davon aus, daß Ludwig der Blinde mit seiner Mutter, wenn schon nicht in Worms (so aber Poupardin, a.a.O.), so doch zumindest in dem nahegelegenen Kloster Lorsch persönlich anwesend waren. Über den Wormser Hoftag berichten auch die Annales Fuldenses (a. 894, ed. Kurze, S. 125), die aber Ludwig und Irmingard nicht nennen (den anschließenden Aufenthalt Arnulfs in Lorsch lassen sie gänzlich unerwähnt). – In ihrem niederburgundischen Regnum, möglicherweise im Voralpengebiet um Grenoble, sind Ludwig und seine Mutter am 11. August nachweisbar (das folgende Reg.). – Welche Civitates damals Ludwig formal übertragen wurden (Besançon, Genf, Lausanne?), kann man nur vermuten. Daß Ludwig in der Folgezeit in diesem Raum keine Herrschaftsrechte geltend machen konnte, betont Regino selbst (in Fortführung des obigen Zitats: sed et hoc ei in vacuum cessit, quia eas nullo modo de potestate Ruodolfi eripere prevaluit). – Vgl. Dümmler, Geschichte III2, S. 387f., 389; Poupardin, Provence, S. 158 – 160; Parisot, Lorraine, S. 505, 509; Hlawitschka, Lotharingien, S. 125, 155 Anm. 138; Offergeld, Reges pueri, S. 508, 511.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2888, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f7693c55-5c7e-490d-a049-8ea126990a75
(Abgerufen am 28.07.2017).