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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Synodalurkunde. Die auf der von Karl (von der Provence) einberufenen Reichsversammlung (vgl. das vorige Reg.) zu einer Synode zusammengetretenen Bischöfe (pervenit ad conventus nostri notitiam [S. 492 Z. 24f.; vgl. S. 493 Z. 23: conventui) bestätigen die mit Hilfe des Erzbischofs Remigius (von Lyon) erfolgte und testamentarisch geregelte (per testamentum firmissimum... sicut in eodem testamento insertum est) Gründung des Benediktinerklosters Cessieu (Saint-Benoît de Cessieu) durch Abt Aurelian von Ainay, erwirken von Karl eine Bestätigung der Gründung (... summa cum reverentia christianissimi regis adivimus clementiam, ut iam dicto coenobio ... privilegium quoddam de rebus necessariis concedere dignaretur ... Itaque Deo amicus saepedictus Karolus rex huius rei nobis assensum praebuit [vgl. das folgende Reg.]) und gewähren den Mönchen für den Fall des Todes des ersten, von Remigius auf Wunsch des Aurelian eingesetzten Abtes Badilo die freie Wahl eines Nachfolgers.

Originaldatierung:
– a. inc. 859, Ind. 7. – Actum Sisterico.
Unterschriften:
Erwähnung von zehn (nicht namentlich genannten) Bischöfen, die die Urkunde ausgestellt und wohl unterschrieben haben

Überlieferung/Literatur

Synodalurkunde (privilegium) der Bischöfe, ed. Hartmann, MGH Conc. 3, Nr. 48 S. 490 – 493. Die Zahl von zehn Bischöfen erwähnt Mabillon, Annales ordinis s. Benedicti, IV/21, S. 498: „privilegium episcoporum decem“; vgl. ebd., S. 500: „litteras decem episcoporum“.

Regg. (Auswahl): Martin, Conciles Lyon, Nr. 134 – 135; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 716.

Kommentar

Anscheinend hat das Treffen der weltlichen Großen in Sault (das vorige Reg.), die Synode aber in dem ca. 40 km entfernten Sisteron (Dép. Basses-Alpes, Arr. Forcalquier) stattgefunden. Sisteron ist Suffraganbistum von Aix (-en-Provence), doch ist die Bischofsliste lückenhaft; vgl. Duchesne, Fastes I, S. 288. – Die chronologische Einordnung setzt Septemberindiktion voraus. – Auch wenn große Teile in der Narratio des Testaments des Aurelian (ed. Mabillon, a.a.O., S. 498 – 499, vgl. Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 714) – von dort sind diese Passagen sowohl in die Bischofsurkunde (vgl. den Kursivdruck in der Ed. Hartmann) wie auch in das darauf basierende Diplom Karls von der Provence (vgl. das folgende Reg.) eingeflossen – wörtlich mit einem Dekret der Synode von Germigny 843 übereinstimmen (ed. Hartmann, a.a.O., Nr. 1 S. 1 – 7, bes. S. 3f., vgl. ebd., S. 490), so ist doch an der Abhaltung der Synode wie auch an der Tatsache, daß die Bischöfe dort das Kloster Cessieu bestätigt und sich an Karl von der Provence mit der Bitte um Bestätigung gewandt haben (vgl. das folgende Reg.), nicht zu zweifeln. Auch wird man davon ausgehen dürfen, daß die anwesenden Bischöfe die Urkunde unterschrieben haben (vgl. die allgemeinen Hinweise auf die Unterschriften im Kontext der Bischofsurkunde, a.a.O., S. 493 Z. 1: nostra illud subscriptione roboraremus; Z. 5: ut huiuscemodi privilegium propria singuli subscriptione roboraremus; Z. 15: propria singuli subscriptione roboramus). Worauf indes Mabillon s Teilnehmerzahl fußt, ist unklar. Die beiden Kodices 17./18. Jh., die die Urkunden überliefern (Hartmann, a.a.O., S. 490f.), enthalten keine Unterschriften mehr. – Aurelian von Ainay (bei Lyon) ist der spätere Erzbischof von Lyon (875/76 – 895); vgl. Reg. 2672 u. ö.. Allgemein zu Ainay siehe den Sammelband: L’abbaye d’Ainay, darin bes. Rubellin, Retour, S. 73 – 90 (der auf unsere Urkunde allerdings nicht eingeht). Zu Remigius von Lyon vgl. zuletzt Reg. 2515. – Badilo hieß auch der 877 bezeugte Abt von Saint-Martin zu Autun (D KdK. 444, siehe Reg. 2684).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2518, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f73a5d02-b1d6-4e57-8613-6ef03219fce7
(Abgerufen am 30.05.2017).