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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig überträgt (conferre dignaremur) auf Bitten der Söhne des Albuin, nämlich Aymo, Warin und Berengar, seiner Getreuen, die ihm aus ihrem Besitz einen Hof mit Weinberg (curtilum cum vineola) im Comitat von Lyon in der Villa Crottis aus freien Stücken übertragen haben (das vorige Reg.), diesen Hof nunmehr seinem Getreuen Bonus (auch: Bonittus), da dieser, wie die Petenten darlegen, das umliegende Land schon seit langem durch ein Präzept Ludwigs besitzt (Dep., Reg. 2967). – Helias gracia Dei umilis diaconus ad vicem Alexandri archicanc. – M. SR. SI (Fragm.).

Originaldatierung:
– a. inc. 924, a. imp. 23.
Incipit:
Aurem pietatis
Empfänger:
Bonus

Überlieferung/Literatur

Or.: Paris, BnF, Coll. de Bourgogne vol. 76, n. 8 (A).

Kopien: Paris, BnF, Ms. lat. nouv. acq. 2262, Chartular C von Cluny (vgl. cartul R-4190), um 1100, n. 127 fol. 58v (S. 115) (C); ebd., Ms. lat. nouv. acq. 766, Chartular D von Cluny (vgl. cartul R-4014), n. 303 fol. 79v, Abschrift 13. Jh. (D); ebd., Ms. lat. 5458, Chartular E von Cluny (vgl. cartul R-1185), n. VIII.XX.II fol. 134v – 135r, Abschrift 13. Jh. (E); ebd., Coll. Moreau 4, fol. 122r-v, Abschrift Lambert de Barive von 1773 Dezember 27, aus A (mit Nachzeichnung der ersten Zeile, der Signum-Zeile und des seinerzeit noch vollständigen Siegels) (F). – Jüngere Kopien aus den Chartularien verzeichnet Prou-Poupardin, Recueil, S. 113.

Faksimile: Lot/Lauer, Diplomata Karolinorum, Taf. 12 (Rois de Provence Nr. 12), mit Regest; Atsma-Vézin, Documents de Cluny, Nr. 6 S. 43 – 47 (mit Transkription).

Drucke: Bouquet, Recueil 9, Nr. 21 S. 688, zu 923; Bruel, Recueil des chartes de l'abbaye de Cluny, I, Nr. 245 S. 236 – 237, zu 924, aus A; Prou-Poupardin, Recueil, Nr. 63 S. 113 – 114, zu 924; ARTEM 1583.

Regg.: B 1483, zu 924; Bréquigny, Diplomata, I, S. 386; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 1056, zu „(avant 15 février) 924“; Delisle, Fonds de Cluni, Nr. 156/8 S. 253. – Auch erwähnt von Mermet, Histoire de Vienne, S. 277.

Kommentar

Wenn das Regierungsjahr korrekt berechnet wurde, muß D 63 vor Mitte Februar 924 ausgestellt worden sein. Für 924 ohne zeitliche Beschränkung hat sich dagegen Poupardin, ed. cit., aus den Reg. 2966 (D 61) dargelegten Gründen entschieden. – D 63 wie das nachfolgende D 62 (Reg. 2975) wurden mit charakteristischen Merkmalen von ein- und derselben Hand mundiert, in der wir den Rekognoszenten Elias selbst vermuten dürfen, von dem 923/24 insgesamt drei Urkunden – mit übereinstimmenden Diktatmerkmalem – überliefert sind (vgl. schon D 61/Reg. 2966). Elias beherrscht den Kanon des äußeren Erscheinungsbilds der spätkarolingischen Herrscherurkunde (vgl. Reg. 2531, Kommentar) nur noch in einem eingeschränkten Maße. Die Elongata der ersten Zeile (ohne vorangestelltes Chrismon) hat er unüblicherweise nur bis zum Ende der Invocatio ausgeführt, womit nur etwa drei Viertel der Zeile gefüllt sind. Die Kontextschrift ist eine gewöhnliche Buchminuskel mit etwas verlängerten Ober- und Unterlängen. Auch Rekognition (mit einfachem SR) und Datum, jeweils auf neuer Zeile, sind in dieser Schrift mundiert. Das Monogramm (Abb. bei Poupardin, ed. cit., Taf. I Nr. 8) ohne O und V ist schlichtweg fehlerhaft (besser in D 62/Reg. 2975). Zu weiteren Einzelheiten vgl. Atsma/Vezin, a.a.O., S. 43. – Zu dem heute nur noch fragmentarisch erhaltenen Siegel (in E noch eine Nachzeichnung des seinerzeit vollständigen Siegels, abgebildet bei Bruel, Recueil des chartes de l'abbaye de Cluny, I, Tafel II) siehe Prou-Poupardin, Recueil, S. LVII mit Taf. III, 1 – 2; vgl. Ders., Recueil, S. 114 Anm. k; Corpus des sceaux français II, S. 131 Anm. 1 (zu Nr. 55); Atsma/Vezin, a.a.O., S. 44 Anm. 7. – Gemeinsame Diktatmerkmale verbindet unser D 63 sowohl mit D 61/Reg. 2966 (eigenwillige Corroboratio) als auch mit D 62/Reg. 2975 (Eschatokoll mit fehlendem Hludovici in der Signum-Zeile). Identisch in allen drei Stücken sind Intitulatio, Promulgatio, Rekognitionszeile; auch fehlt jedesmal eine Apprecatio. In der fehlerhaften, weil syntaktisch unvollständigen Arenga (Hausmann/Gawlik, Arengenverzeichnis, Nr. 201) unseres D 63 vermißt man am Anfang eine einleitende Wendung wie z.B.: [Decet imperialem maiestatem fidelium suorum]aurem pietatis ... (vgl. auch Bruel, a.a.O., S. 236 Anm. 4). – Zu dem aus Autun stammenden Advokaten Lambert de Barive (F), der im Auftrag des Pariser Cabinet des chartes zwischen 1770 und 1790 in Cluny zahlreiche Urkunden kopiert hat, die sich jetzt in der Coll. Moreau der BnF befinden, siehe Barret, Avocat, bes. S. 31. – Zum Empfänger vgl. schon D 62 (Reg. 2975); siehe auch Gerner, Lyon, S. 131f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2970, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f34d67c7-c739-4489-acd5-cfb989cec0c5
(Abgerufen am 26.05.2017).