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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig überträgt (concederemus) seinem Getreuen Bonus (Bononi) auf Bitten seines Sohnes Karl (dilectissimus filius noster Karolus) seine mancipia Aymericus, Constancia und Fulduinus mitsamt ihrem Besitz zu freiem Eigen (iure proprietario). – Pön 3 Pfund Gold. – Elias gracia Dei humilis diaconus ad vicem Alexandri archicanc. – M. SR. SI D.

Originaldatierung:
.III. Non. Iun., Vienne, publice – a. inc. 924, a. imp. 23.
Incipit:
Dignum est
Empfänger:
Bonus

Überlieferung/Literatur

Or.: Paris, BnF, Coll. de Bourgogne vol. 76, n. 9 (A).

Kopien: Paris, BnF, Ms. lat. nouv. acq. 766, Chartular D von Cluny (vgl. cartul R-4014), n. 222 fol. 62r, Abschrift 13. Jh., ohne Eschatokoll (D); ebd., Coll. Moreau 4, fol. 114r-v, Abschrift Lambert de Barive von 1773 Dezember 27, aus A (mit Nachzeichnung der ersten Zeile und der Signum-Zeile) (E); ebd., Coll. Moreau 1, fol. 38r – 39r, 18. Jh., ohne Eschatokoll, aus D (danach München, MGH-Archiv A 116, Kopie A. Dopsch vom 21. 7. 1894).

Faksimile: Lot/Lauer, Diplomata Karolinorum, Taf. 11 (Rois de Provence Nr. 11), mit Regest; Atsma-Vézin, Documents de Cluny, Nr. 7 S. 48 – 51 (mit Transkription, zu 924).

Drucke: Sickel, Diplome, S. 429 – 430 Nr. 19, zu 924, aus A; Bruel, Recueil des chartes de l'abbaye de Cluny, I, Nr. 242 S. 233 – 234, zu 924, aus A; Prou-Poupardin, Recueil, Nr. 62 S. 111 – 113, zu 924; ARTEM 1582.

Reg.: Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 1061, zu 924; Delisle, Fonds de Cluni, Nr. 156/9 S. 253.

Kommentar

Das Regierungsjahr führt auf 923, widerspricht aber dem Inkarnationsjahr. Prou-Poupardin, Recueil, S. LIV, begründet seine Datierung zu 924 damit, daß der Diakon Elias, der Rekognoszent und mutmaßliche Mundant der DD 61 – 63 (Regg. 2966, 2975 u. 2970), einer um ein Jahr niedrigeren Epoche folgt (vgl. aber Poupardin, Provence, S. 209, wo D 62 noch zu 923 datiert ist); siehe auch Bruel, a.a.O., S. 234 Anm. 1 – 2; Fournial, Souveraineté, S. 413 Anm. 3 (zu 923). – Das stellenweise stark verblaßte Original mußten schon die älteren Editoren mit Hilfe von C und E ergänzen. Es stammt wieder von der Hand des schon aus D 63/Reg. 2970 bekannten, nicht mehr die diplomatische Minuskel beherrschenden Mundanten, in dem wir den Rekognoszenten selbst vermuten. Im Unterschied zu D 63 ist diesmal die Elongata korrekt bis zum Ende der ersten Zeile, mit vorangestelltem Chrismon, ausgeführt. Das M ist erneut fehlerhaft (fehlendes I), allerdings auf andere Weise als in D 63; vgl. die Abb. bei Poupardin, ed. cit., Taf. I Nr. 7. War D 63 in fast quadratischer Grundform, ist D 62 als Charta transversa zugeschnitten. Vgl. im übrigen Atsma/Vezin, a.a.O., S. 48. – Enge Diktatübereinstimmungen verbinden D 62 und D 61/Reg. 2966, darunter dieselbe auffällige Invokation: Gratia in unitate venerande Trinitatis, eine fast identische Arenga (andere Initie) sowie weitgehende Parallelen in den übrigen formelhaften Teilen des Kontextes mit Ausnahme der Corroboratio (diese nach älterem Standard). Auch das Eschatokoll, mit Anklängen sowohl an D 61 als auch an D 63, verrät die Verfasserschaft des Elias. Neu hinzugekommen ist eine Pönformel, die auch sonst gelegentlich begegnet (DD 38, 42, 56/Regg. 2907, 2919, 2954, jedesmal frei formuliert und mit unterschiedlichem Strafmaß). – Beachtung verdient D 62 vor allem wegen der erstmaligen Erwähnung des Sohnes Ludwigs des Blinden, Karl (Karl Konstantin), der hier im Unterschied zu DD 68 u. 70 (Regg. 2995 u. 2998) noch keinen Grafentitel führt. Zu seiner in der Literatur mehrfach behandelten Person vgl. neben Regg. 2995 u. 2998, wo er wie hier als Petent begegnet, noch Regg. 3008, 3035 u. 3046. – Zu Bonus vgl. schon Regg. 2967 u. 2970; siehe auch DD 63, 69 – 70 (Regg. 2970, 2997 u. 2998).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2975, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/eb100832-38bc-44f7-a119-1452e7a3d458
(Abgerufen am 22.01.2017).