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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,4

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Ludwig überträgt (concederemus) seinem Getreuen Ingelbert und dessen Gemahlin Nonia auf Bitten des genannten Ingelbert aus Königsgut (de rebus nostris) zu freiem Eigen (iure proprietario) Ländereien (res) in den Comitaten von Vienne und Lyon, nämlich in der Villa Tadernaco (Ternay) in genau bezeichneter Lage. – Elyas gratia Dei humilis diaconus ad vicem Alexandri archicanc. – M.

Originaldatierung:
.VIII. Kal. Ian., Vienne, publice – a. imp. 23.
Incipit:
Decet ut
Empfänger:
Ingelbert und dessen Gemahlin Nonia

Überlieferung/Literatur

Kopien: Paris, BnF, Ms. lat. nouv. acq. 2262, Chartular C von Cluny (vgl. cartul R-4190), um 1100, n. 128 fol. 58v (S. 115) (C); ebd., Ms. lat. nouv. acq. 766, Chartular D von Cluny (vgl. cartul R-4014), n. 307 fol. 80v, Abschrift 13. Jh. (D); ebd., Ms. lat. 5458, Chartular E von Cluny (vgl. cartul R-1185), n. VII.XX.XIII fol. 129v, Abschrift Ende 13. Jh. (E). – Mehrere Kopien 17. Jh. aus den genannten Chartularien verzeichnet Prou-Poupardin, Recueil, S. 110.

Drucke: Bouquet, Recueil 9, Nr. 20 S. 687, aus E, mit „VIII. Id. Ian.“ (923 Januar 6); Bruel, Recueil des chartes de l'abbaye de Cluny, I, Nr. 237 S. 228 – 229, aus C; Prou-Poupardin, Recueil, Nr. 61 S. 109 – 111.

Regg.: B 1482, zu 924 Januar 6; Bréquigny, Diplomata, I, S. 384, zu 923 Januar 6; Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 1052. – Auch erwähnt von Mermet, Histoire de Vienne, S. 277 (zu 923 Januar 6). – Der angebliche Druck bei Mabillon, Annales ordinis s. Benedicti, I1, S. 680 (event. I2?), verzeichnet von Prou-Poupardin, Recueil, S. 109 (wohl nach Bruel, Recueil des chartes de l'abbaye de Cluny, I, S. 228 Anm. 2, nicht übernommen von Chevalier, Regeste Dauphinois, Nr. 1052), muß auf einem Irrtum beruhen.

Kommentar

Das Regierungsjahr führt bei korrekter Berechnung auf 923 Dezember. Die Unsicherheit in der Tagesdatierung geht auf D und E zurück (dort Id. Ian. statt des korrekten Kal. Ian. in C). Poupardin, Vorbemerkung (vgl. Ders., Introduction, S. LIII – LIV), nimmt an, daß der aus dem Klerus der Kirche von Vienne kommende und in den 920er Jahren als Schreiber von Chartae bezeugte Diakon Elias (vgl. ebd., S. X, XII; Zielinski, Urkundenwesen, S. 179 – 181; vgl. Regg. 2974 u. 2994), der 923/24 drei Urkunden Ludwigs des Blinden rekognosziert hat (DD 61 – 63 = Regg. 2966, 2975 u. 2970), in seinen Datierungen eine andere Epoche Ludwigs zugrunde gelegt hat und will daher auch eine Datierung zu 924 Dezember nicht ausschließen. Zwei der von Elias rekognoszierten Urkunden sind im Original erhalten (DD 62 – 63/Regg. 2970 u. 2975) und stammen zweifellos von derselben Hand. Daß Elias die Urkunden auch verfaßt hat, dafür sprechen die Diktatübereinstimmungen in allen drei Stücken. Besonders eng sind die Parallelen zu D 62/Reg. 2975, angefangen mit der überaus ungewöhnlichen Invocatio: Gratia in unitate venerande Trinitatis, über Intitulatio und Arenga (Hausmann/Gawlik, Arengenverzeichnis, Nr. 650 u. 705, mit jeweils anderer Initie), die formelhaften Teile des Kontextes (bis auf die ungewöhnliche Corroboratio, diese kehrt aber in D 63 wieder) hin zum Eschatokoll (Actum Vienne, publice statt Datum ... sowie fehlende Apprecatio in allen drei Stücken). In der Rekognitionsformel nennt sich Elias stets Diakon (ohne Notarstitel). – Ingelbert war schon Empfänger des D 57 (Reg. 2957). – Ternay (Ct. Saint-Symphorien-d’Ozon, Dép. Rhône).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,4 n. 2966, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/e8728047-1f64-444a-9569-ac60fa0f01c3
(Abgerufen am 20.10.2017).